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Experten fordern Psychiatriegesetz in Hessen

Gesundheit Experten fordern Psychiatriegesetz in Hessen

Fachleute fordern ein Gesetz zum Schutz psychisch Kranker in Hessen. In fast allen anderen Bundesländern gebe es gesetzliche Regelungen, die Patienten zum Beispiel vor Zwangsmaßnahmen schützten, sagten Psychiater vom Frankfurter Universitätsklinikum und des Gesundheitsamts am Donnerstag vor Beginn einer Tagung in Frankfurt.

Frankfurt/Main. In Hessen hingegen werde das Thema seit Jahrzehnten "vollkommen ignoriert", sagte Prof. Andreas Reif, Direktor der Klinik für Psychiatrie am Uni-Klinikum.

Nach der Psychiatriereform vor 40 Jahren hätten fast alle Länder Gesetz erlassen, um das Leitbild "Hilfe vor Zwang" in die Praxis zu übersetzen. In Hessen gelte bis heute ein "Gesetz über die Entziehung der Freiheit geisteskranker, geistesschwacher, rauschgift- oder alkoholsüchtiger Personen" aus dem Jahr 1952.

Das "in keiner Weise zeitgemäße Gesetz" stigmatisiere nicht nur Betroffene, es entspreche auch in keiner Weise den Möglichkeiten der modernen Psychiatrie. Jährlich werden Reif zufolge in Hessen "mehrere Tausend" psychisch Kranke zwangseingewiesen -  ein neues Gesetz könnte diese Zahl erheblich verringern.

Das geplante Psychisch-Kranken-Hilfe-Gesetz bedürfe eines besonders sensiblen Gesetzgebungsverfahrens, betonte eine Sprecherin des Sozialministeriums. Dazu gebe es derzeit noch interne Beratungen. In dem geplanten Gesetz sollen Hilfestellungen und Regelungen zur stationären Unterbringung psychisch kranker Menschen gefasst werden.

dpa

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