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Evangelische Kirche erinnert: 125. Geburtstag von Niemöller

Kirche Evangelische Kirche erinnert: 125. Geburtstag von Niemöller

Die evangelische Kirche hat am Sonntag mit einem Festakt an den Theologen, Widerstandskämpfer und Pazifisten Martin Niemöller erinnert, der vor 125 Jahren geboren wurde.

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Martin Niemöller hält ein Buch in den Händen. Foto: Roland Witschel/Archiv

Frankfurt. Der Präsident der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN), Volker Jung sagte in der Frankfurter Katharinenkirche, Niemöllers gesellschaftspolitisches Engagement habe sich aus einer tiefen Frömmigkeit gespeist. Ihm sei es um die Konsequenzen der biblischen Botschaft im persönlichen und gesellschaftlichen Leben gegangen. Deswegen habe Niemöller in allen Lebenslagen die Frage gestellt: "Was würde Jesus dazu sagen?"

Angesichts des Auftriebs für Populisten sei Niemöllers Warnung vor "einfachen Rettungs- und Erlösungsphantasien" erschreckend aktuell, sagte Jung. Eine seiner zentralen Positionen sei es gewesen, nicht in einer Fixierung auf die "abendländische Kultur" das Heil zu sehen.

Niemöller war Offizier der kaiserlichen Marine, ehe er Theologie studierte und Pfarrer in Berlin wurde. Obwohl er lange mit der NS-Ideologie sympathisiert hatte, widersetzte er sich der Gleichschaltung der Kirche im NS-Regime und trat für die Bekennende Kirche ein. Deswegen war er von 1937 bis 1945 als Häftling in den Konzentrationslagern Sachsenhausen und Dachau.

Von 1947 bis 1964 war Niemöller Präsident der EKHN und wandte sich in dieser Zeit entschieden gegen die Wiederbewaffnung Deutschlands. Auch engagierte sich in der Deutschen Friedensgesellschaft - Vereinigte Kriegsdienstgegner (DFG-VK). Er starb 1984 in Wiesbaden. Bei der Festveranstaltung wurde eine neue Biographie von Michael Heymel über Niemöller vorgestellt: "Martin Niemöller. Vom Marineoffizier zum Friedenskämpfer".

dpa

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