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Erika Steinbach empört mit Tweet zum Tod von Helmut Schmidt

Parteien Erika Steinbach empört mit Tweet zum Tod von Helmut Schmidt

Erika Steinbach ist dafür bekannt, mit Äußerungen zu provozieren. Für ihren Tweet zum Tod von Helmut Schmidt erntet die langjährige Präsidentin des Bundes der Vertriebenen aber parteiübergreifend große Empörung. Die CDU-Politikern lässt das kalt.

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Erika Steinbach (CDU).

Quelle: Karlheinz Schindler/Archiv

Wiesbaden. Die Frankfurter CDU-Bundestagsabgeordnete Erika Steinbach hat mit einem Tweet zum Tod von Altkanzler Helmut Schmidt (SPD) über Parteigrenzen hinaus für tiefe Empörung gesorgt. Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) schrieb am Mittwoch im Kurznachrichtendienst Twitter zu der Äußerung der langjährigen Präsidentin des Bundes der Vertriebenen: "Instinktlos. So etwas gehört sich nicht!"

Unter den Text "Altkanzler Helmut Schmidt ist tot. Wir haben in unserer Fraktionssitzung seiner in Respekt gedacht", hatte Steinbach auf Twitter ein Schmidt-Zitat von 1981 angehängt: "Wir können nicht mehr Ausländer verdauen, das gibt Mord und Totschlag."

Die 72-jährige Steinbach verteidigte sich trotz der harten Kritik auch in den sozialen Medien für ihren Tweet und attackierte gleichzeitig Regierungschef Bouffier für seine Kritik. "Herzlichen Dank, Herr MP, freue mich immer über Ihre Unterstützung", schrieb die CDU-Politikerin bei Twitter und stellte noch ein zwinkerndes Smiley dazu.

Auf eine Aufforderung zur Entschuldigung entgegnete sie in dem Kurznachrichtendienst: "Entschuldigen dafür, dass ich Helmut Schmidts Haltung zur Zuwanderung bis in die jüngste Zeit hinein schätze?" Im Nachrichtenportal des Hessischen Rundfunks verteidigte die Bundestagsabgeordnete ihr Vorgehen: "Das ist in vollem Respekt vor einem Mann geschehen, der immer seine Meinung zu allen Themen gesagt hat. So wie ich." Sie habe keinen Missbrauch seiner Person betrieben.

Der Vize-Vorsitzende der hessischen SPD-Landtagsfraktion, Timon Gremmels, hatte zuvor Ministerpräsident Bouffier aufgefordert, sich von seiner Parteifreundin Steinbach wegen "ihres pietätslosen Tweets" zu distanzieren. Der hessische SPD-Chef Thorsten Schäfer-Gümbel hatte Steinbach bereits am Dienstag einen Missbrauch von Schmidts Tod vorgeworfen, der "ungeheuerlich" und "schamlos" sei.

Die Frankfurter SPD-Bundestagsabgeordnete Ulli Nissen erklärte via Twitter: "Wäre gut, wenn die Bundeskanzlerin Erika Steinbach mal die 'schwarze Karte' zeigen würde!" Auch von den hessischen Grünen kam scharfe Kritik. Der Altkanzler war am Dienstag im Alter von 96 Jahren im Kreis seiner Familie gestorben.

Die 72-jährige Steinbach hatte im August angekündigt, dass sie am Ende der Legislaturperiode 2017 aus dem Bundestag ausscheiden wird. Im vergangenen Jahr hatte sie sich nach 16 Jahren an der Spitze des Bundes der Vertriebenen aus dem Amt zurückgezogen.

dpa

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