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Entsetzen nach Tod eines Hessen bei Terroranschlag in Istanbul

Terrorismus Entsetzen nach Tod eines Hessen bei Terroranschlag in Istanbul

Ein Mann aus Mittelhessen stirbt bei dem Anschlag in Istanbul, seine Frau überlebt verletzt. Regierungschef Bouffier zeigt sich erschüttert, auch in der Heimat des Paares wird getrauert.

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Eines der Opfer nach Terroranschlag in Istanbul kommt aus Stadtallendorf.

Quelle: Holly Pickett

Frankfurt/Wiesbaden. Der Terrorangriff von Istanbul trifft auch Hessen: Ein Ehepaar aus dem mittelhessischen Stadtallendorf zählt zu den Opfern, der 67 Jahre alte Unternehmer überlebte den  Angriff am Dienstag nicht. Die 50 Jahre alte Frau erlitt bei der Attacke in der türkischen Metropole Verletzungen. Die Tat eines Selbstmordattentäters, der nach Angaben der türkischen Regierung der Terrormiliz Islamischer Staat angehörte, löste in Hessen große Trauer und Fassungslosigkeit aus.

 Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) reagierte am Mittwoch erschüttert. "Mein tief empfundenes Mitgefühl gilt den Familien, Angehörigen und Freunden", sagte er. "Ich verurteile dieses feige Verbrechen aufs Schärfste. Heute ist ein Tag des Innehaltens und der Trauer. Wir sind entschlossen, den Gefahren des internationalen Terrorismus entgegenzutreten."

 Die Staatskanzlei hatte zunächst erklärt, es handele sich bei dem  Todesopfer um einen Mann aus Nordhessen. Um die Familie schützen, wollte eine Sprecherin den genauen Heimatort nicht bekanntgegeben. Später wurden der Deutschen Presse-Agentur in Behördenkreisen Informationen bestätigt, dass die Touristen aus Stadtallendorf stammten.

 Die hessischen Grünen werteten den Anschlag als Angriff auf die offene Gesellschaft. "Solche feigen Attentate zielen nicht nur auf Menschen, sie zielen auf die Menschlichkeit", teilten die Vorsitzenden Daniela Wagner und Kai Klose mit. Die Tat erinnere daran, dass Freiheit und Demokratie nicht selbstverständlich seien. "Freiheit, Respekt und Solidarität sind stärker als der Hass."

 Die Grünen in Frankfurt, die Türkische Gemeinde Hessen und andere Organisationen riefen für den frühen Mittwochabend zu einer Mahnwache am Frankfurter Paulsplatz auf. Bei seinem Antrittsbesuch in Kassel sprachen auch der neue türkische Generalkonsul in Frankfurt, M. Mustafa Çelik, und Kassels Oberbürgermeister Bertram Hilgen (SPD) den Angehörigen der Opfer ihr Beileid aus.

 Der Stadtallendorfer Bürgermeister Christian Somogyi (SPD) sagte dem Sender Hit Radio FFH: "Für den Verstorbenen werden wir jetzt die Fahnen auf halbmast stellen. Der Verstorbene ist in Stadtallendorf sehr bekannt, er ist als selbstständiger Unternehmer auch Jahrzehnte hier aktiv gewesen und er war auch ein sehr beliebter und aktiver Bürger der Stadt Stadtallendorf."

 Ein Attentäter hatte sich am Dienstagvormittag mitten in einer deutschen Reisegruppe in der Umgebung der Hagia Sophia und der Blauen Moschee in die Luft gesprengt. Außer ihm starben im historischen Zentrum der Stadt zehn deutsche Urlauber, 15 weitere Menschen wurden verletzt. Nach Angaben des Auswärtigen Amtes vom Mittwoch befanden sich sieben Deutsche nach dem Attentat in Istanbuler Krankenhäusern, fünf von ihnen lagen auf der Intensivstation.

 Die Opfer des Anschlags waren nach Angaben des Reiseveranstalters Lebenslust Touristik auf einer Drei-Länder-Erlebnisreise und kamen aus dem gesamten Bundesgebiet. Die Reisegruppe zählte demnach insgesamt 33 Mitglieder. Ein Teil von ihnen habe an einem Gruppenbesuch der Wahrzeichen Istanbuls teilgenommen.

dpa

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