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Die Lahn soll näher an die Stadt heran

Landesgartenschau 2014 Die Lahn soll näher an die Stadt heran

Gießen nimmt sich für die Landesgartenschau 2014 einiges vor: Das Ereignis soll Wissenschaften zum Blühen bringen.

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In Gießen wird kräftig gebaggert – in einem Jahr beginnt die Landesgartenschau. Foto: Nicolas Armer

Quelle: Nicolas Armer

Gießen. Zwischen Teichufer und Baumaschinen flaniert ein verliebtes Pärchen durch Gießens Wieseckaue. Der Baulärm hält es nicht ab von einer innigen Umarmung und einem Kuss. „Etwas störend ist der Lärm natürlich schon“, sagt die junge Frau. Aber das müsse wohl sein. Richtig: die Universitätsstadt ist Gastgeberin von Hessens fünfter Gartenschau. Damit bis zur Eröffnung am 26. April 2014 alles fertig ist, wird auf dem Gelände gebuddelt, gebaut und gepflanzt. Das Bürgerbegehren hat die Planung durcheinandergebracht, sagt Ludwig Wiemer, Geschäftsführer der Landesgartenschau-Gesellschaft.

Neue Zielgruppen

Das Studentenpaar gehört zu einer Zielgruppe, die für Gartenschauen eher untypisch ist: junge Erwachsene. „Wir haben natürlich auch die klassischen Zielgruppen wie Familien mit kleinen Kindern und ältere Menschen im Blick. Aber mit den Studenten hier erschließen wir uns eine neue“, erklärt Beatrix Bauer, die Sprecherin der Landesgartenschau-Gesellschaft. Die Ausstellung in Gießen läuft bis zum 5. Oktober 2014. Die Planer hoffen auf etwa 700000 Besucher.

Die Schau konzentriert sich auf die Wieseckaue, eine Grünanlage in der Nähe der Innenstadt. Sie wurde in den 1960er-Jahren angelegt und wird jetzt für das Großereignis saniert.

An einem Eingang zum Gelände markieren kleine Holzpfosten und Seile die Bereiche, in denen von Studenten entworfene „Wissenschaftsgärten“ entstehen. Die Anlage soll die enge Verbindung der Stadt zu den Hochschulen - der Justus-Liebig-Universität und der Technischen Hochschule Mittelhessen - verdeutlichen. Geplant sind ein Garten der Mathematik und der Artenvielfalt. Auch die etwa einen Kilometer entfernte Lahnaue ist Teil der Schau. Ein Ziel sei es, den Fluss näher an die Stadt zu bringen, erklärt Wiemer. Geplant ist eine neue Fußgänger- und Radlerbrücke. Die Stadt will Millionen investieren.

Viel zu teuer?

Aus Sicht der zuständigen Dezernentin, Bürgermeisterin Gerda Weigel-Greilich (Grüne), bietet die Ausstellung die Chance, die Stadtentwicklung schneller voranzubringen. „Wir realisieren nur Projekte, die wir sowieso machen wollten, Infrastrukturprojekte, die sinnvoll und nachhaltig sind.“ Kritiker finden dagegen, dass die Schau für die klamme Kommune viel zu teuer ist. Die Bürgerinitiative „Stoppt diese Landesgartenschau“ protestierte im vergangenen Jahr insbesondere gegen die geplanten Millionenausgaben sowie gegen das Baumfällen auf dem Ausstellungsgelände.

Das verliebte Studentenpaar findet: „Gartenschauen lohnen sich eigentlich immer - wenn die Schönheit auf dem Gelände auch danach erhalten bleibt.“

von Carolin Eckenfels

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