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Der Hoffnung auf Freundschaft ein Gesicht geben

Buber-Rosenzweig-Medaille Der Hoffnung auf Freundschaft ein Gesicht geben

Das Fritz-Bauer-Institut und die Autorin Mirjam Pressler sind mit der Buber-Rosenzweig-Medaille 2013 geehrt worden.

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Kassels Oberbürgermeister Bertram Hilgen (SPD, von links), Mirjam Pressler, Ricklef Münnich (Präsident des Koordinierungsrates), Charlotte Knobloch (Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern), Hessens Ministerpräsident Volker Bo

Quelle: Uwe Zucchi

Kassel. Die Laudatorin und Vizepräsidentin des jüdischen Weltkongresses, Charlotte Knobloch, sagte gestern in Kassel, die Auszeichnung sei ein wichtiges Signal „für den Erhalt und die Fortentwicklung einer klugen Erinnerungskultur“.

Hoffnung auf Freundschaft

Das nach dem Initiator der Auschwitz-Prozesse benannte Frankfurter Institut ist auf die Erforschung des Massenmordes an den Juden während des Zweiten Weltkriegs spezialisiert. Knobloch betonte, der 1940 in Darmstadt geborenen Schriftstellerin Pressler gelinge es in ihren Werken, jüdisches Leben in der Nazi-Zeit nahezubringen. Die Autorin sagte, sie wolle nicht nur deutschstämmige Jugendliche erreichen. „Es ist etwas passiert, was gegen die Menschheit gerichtet war. Das geht alle an.“

Die Preisträger der Medaille „geben der Hoffnung auf Freundschaft nach einem unfassbaren Zivilisationsbruch ein Gesicht“, sagte Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU). Der Deutsche Koordinierungsrat (DKR) der Gesellschaften für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit vergibt die undotierte Auszeichnung seit 1968 an Menschen, die sich für die Verständigung zwischen Juden und Christen einsetzen. Die Medaille erinnert an die jüdischen Philosophen Martin Buber (1878-1965) und den in Kassel geborenen und aufgewachsenen Frank Rosenzweig (1886-1929) und wurde zum Auftakt der bundesweiten „Woche der Brüderlichkeit“ übergeben. Diese hat das Ziel, die christlich-jüdischen Beziehungen zu pflegen und zu vertiefen und steht in diesem Jahr unter dem Motto „Sachor (Gedenke): Der Zukunft ein Gedächtnis“.

Tolerante Zukunft

Bereits zuvor hatte Eva Schulz-Jander vom Koordinierungsrat im Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa betont, zwischen Juden und Christen sollten nicht nur schwierige Themen eine Rolle spielen. „Wir müssen auch an die lichten Momente im christlich-jüdischen Verhältnis erinnern - und im Bewusstsein dessen eine tolerantere Zukunft bauen.“

Wichtig sei zudem, dass das Zusammenleben selbstverständlicher werde. Es gehe darum, die Erinnerung an den Holocaust weiter wach zu halten, erklärte sie. Das zeige etwa die Debatte über religiöse Beschneidungen von Jungen im vergangenen Jahr, der Angriff auf einen Rabbiner in Berlin und die NSU-Mordserie.(dpa)

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