Volltextsuche über das Angebot:

30 ° / 17 ° wolkig

Navigation:
Ausstellung über NSU rückt Opfer in den Mittelpunkt

Geschichte Ausstellung über NSU rückt Opfer in den Mittelpunkt

Eine Ausstellung im hessischen Landtag über die NSU-Verbrechen rückt die Opfer und ihre Familien in den Mittelpunkt. "Ich wollte ein anderes Bild der Ermordeten in die Öffentlichkeit bringen", sagte die Kuratorin Birgit Mair zur Eröffnung am Dienstag in Wiesbaden.

Wiesbaden. Die Schau zeige viele Privatfotos der Opfer, die sie von den Hinterbliebenen überlassen bekommen habe. In der Öffentlichkeit seien meist Fotos der Ermordeten zu sehen gewesen, die eher einem Fahndungsbild glichen.

In dem Text zur Ausstellung prangert Mair an, dass "tiefgreifende Veränderungen" in den Behörden beim Umgang mit den Themen Rassismus und Neonazismus nach wie vor "kaum sichtbar" seien. Dabei könne belegt werden, dass bei der Mordserie einseitig im persönlichen Umfeld der Opfer ermittelt worden sei. Die Frage nach möglichen Tätern aus der Neonazi-Szene sei "systematisch ausgeblendet" worden.

Die Ausstellung "Die Opfer der NSU und die Aufarbeitung der Verbrechen" wurde vom Institut für Sozialwissenschaftliche Forschung, Bildung und Beratung (ISFBB) konzipiert und ist das 97. Mal zu sehen. Neben der Biografien der Opfer wird die Neonaziszene der 1990er Jahre thematisiert. Mair wirft auch einen Blick auf die Reaktionen aus der Gesellschaft, nachdem die Terrorgruppe "Nationalsozialistischer Untergrund" im November 2011 aufgeflogen war.

dpa

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Politik