Volltextsuche über das Angebot:

6 ° / 2 ° Regen

Navigation:
Atomwaffengegner mit Bolzenschneider bekommt Geldstrafe

Urteile Atomwaffengegner mit Bolzenschneider bekommt Geldstrafe

Weil er den Militärzaun des Fliegerhorstes Büchel in der Eifel aufgeschnitten hat, ist ein Friedensaktivist vom Amtsgericht Cochem zu einer Geldstrafe verurteilt worden.

Voriger Artikel
Schlag gegen islamistischen Terror: Verdächtiger in Haft
Nächster Artikel
Gewerkschaft kritisiert Beamten-Nullrunden

Zwei Demonstranten halten vor dem Gericht ein Transparent.

Quelle: Thomas Frey/Archiv

Cochem/Wetzlar. Martin Otto aus Wetzlar erhielt am Mittwoch wegen Sachbeschädigung eine Strafe von 25 Tagessätzen zu je 15 Euro, also 375 Euro, wie das Gericht mitteilte.

Das Gericht veranlasste, dass das Tatwerkzeug, ein Bolzenschneider, eingezogen wird. Der Friedensaktivist kündigte an, die Geldstrafe nicht zu zahlen, sondern notfalls eine Ersatzfreiheitsstrafe anzutreten. Zugleich legte er nach Angaben des Gerichts Berufung ein.

Otto hatte nach Auskunft der "Gewaltfreien Aktion Atomwaffen Abschaffen" (GAAA) am 9. August 2016, dem Jahrestag der Zerstörung der japanischen Stadt Nagasaki durch eine US-Atombombe 1945, den Zaun in Büchel aufgeschnitten. Dann stellte er sich der Polizei. Mit der Aktion habe er gegen die "völkerrechtswidrige Bereithaltung von US-Atombomben" protestiert, erklärte die GAAA. "Die nukleare Teilhabe Deutschlands bedeutet einen Verstoß gegen den Atomwaffensperrvertrag."

Nach Expertenschätzung lagern in Büchel bei Cochem an der Mosel noch 10 bis 20 Atomsprengköpfe aus den Zeiten des Kalten Krieges. Die Bundeswehr hält für deren Einsatz im Ernstfall "Tornado"-Kampfflieger bereit.

dpa

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Politik

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr