Volltextsuche über das Angebot:

4 ° / 1 ° Sprühregen

Navigation:
Anschlag auf Ackermann - Täter ein Jahr danach noch nicht gefasst

Kriminalität Anschlag auf Ackermann - Täter ein Jahr danach noch nicht gefasst

Ein Jahr nach dem vereitelten Briefbombenanschlag auf den damaligen Deutsche Bank-Chef Josef Ackermann sind die Täter noch nicht überführt. "Die Ermittlungen dauern an", sagte ein Sprecher der Bundesanwaltschaft in Karlsruhe, die den Fall übernommen hat.

Frankfurt/Main. Zu dem versuchten Attentat am 7. Dezember 2011 auf den damals mächtigsten Banker Deutschlands hatte sich eine linksanarchistische Terror-Gruppe aus Italien bekannt. Ihr werden noch andere Anschläge angelastet.

Italienische Sondereinsatzkommandos waren vor rund einem halben Jahr in einer breiten Aktion gegen die Anarchistenszene in dem südeuropäischen Land vorgegangen und hatten Ermittlungen gegen 24 Menschen aus dem Kreis zweier anarchistischer Organisationen eingeleitet. Darunter war die "FAI - Federazione Anarchica Informale", die sich zu dem Anschlag auf Ackermann bekannt hatte. Die Fahnder waren in mehreren Städten mit insgesamt acht Haftbefehlen angerückt und hatten Dutzende von Wohnungen durchsucht.

Der persönlich an den damaligen Deutsche Bank-Chef adressierte Brief war in der Poststelle des Geldinstituts in Frankfurt aufgefallen, an die Polizei weitergeleitet und von Experten entschärft worden. Ackermann selbst war an diesem Tag nicht in dem Gebäude. In dem Schreiben war vor "drei Explosionen gegen Banken, Bankiers, Zecken und Blutsauger" gewarnt worden. Einen Tag später entdeckten die Ermittler bei der Spurensicherung das versteckte Bekennerschreiben der FAI.

Am Tag darauf explodierte ein Päckchen in der Filiale einer der Steuer- und Gebühreneinzugsgesellschaft in Rom. Der Direktor des Unternehmens Equitalia wurde schwer an der Hand verletzt, die FAI übernahm dafür die Verantwortung. Später bekannte sich die Gruppierung auch zu Anschlägen auf ausländische Botschaften sowie zu einem Attentat auf den Chef eines Atomunternehmens in Genua. Er wurde durch Pistolenschüssen verletzt. 2003 soll die Gruppe eine Briefbombe an die Europäische Zentralbank in Frankfurt geschickt haben. Die Ermittlungen verliefen damals im Sande.

dpa

Voriger Artikel
Nächster Artikel