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Angela Dorn ist Spitzenkandidatin

Hessen-Grüne stellen Liste auf Angela Dorn ist Spitzenkandidatin

Die Marburgerin Angela Dorn wurde am Samstag auf der Landesmitgliederversammlung in Gießen auf den Spitzenplatz der Landesliste der Hessen-Grünen für die Landtagswahl gewählt.

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Die Marburger Grüne Angela Dorn ist Spitzenkandidatin der Grünen im Wahlkampf um den hessischen Landtag. Tarek Al Wazir steht an zweiter Stelle der Landesliste.

Quelle: gruene-hessen.de

Wiesbaden/Marburg. Fünf Monate vor der Landtagswahl sehen SPD und Grüne den politischen Wechsel in Hessen in greifbarer Nähe: Nach der Veröffentlichung einer neuen Umfrage kündigten die beiden Oppositionsparteien am Donnerstag in Wiesbaden weitere Anstrengungen an, um am 22. September nach fast 15 Jahren Schwarz-Gelb abzulösen. In der Umfrage der Forschungsgruppe Wahlen, die von „FAZ“ und Hit Radio FFH in Auftrag gegeben wurde, kommen die Regierungsparteien CDU und FDP auf lediglich 41 Prozent. SPD und Grüne haben – ähnlich wie schon in Umfragen der vergangenen Jahre – mit 49 Prozent weiterhin eine stabile Mehrheit. Die Linke würde mit vier Prozent nicht mehr dem Parlament angehören.

Am Samstag stellten die Hessen-Grünen in Gießen ihre Landesliste für die Landtagswahl auf. Auf dem Spitzenplatz, den bisher Kordula Schulz-Asche innehatte, steht nun die 30-jährige Marburgerin Angela Dorn.

Seit 2009 ist die Diplom-Psychologin Fraktionsmitglied im Landtag, jetzt hat sie die Landesvorsitzende Kordula-Schulz-Asche abgelöst, die bisher mit Tarek Al-Wazir an der Spitze der Frak­tion stand.

Als die heute 30-Jährige zum ersten Mal in Marburg mit grüner Politik in Berührung geriet, sorgte sie mit ihrer unverstellten Art für Aufmerksamkeit. Freimütig bekannte sie: Von Kommunalpolitik habe ich eigentlich kaum Ahnung. „Als das dann fett in der Zeitung stand, habe ich mich geschämt“, erinnert sich Angela Dorn. Trotzdem habe sie versucht, sich genau diese Art der politischen Kommunikation zu bewahren, obwohl sie sich damit angreifbar mache: „Möglichst authentisch zu sagen, was ich fühle.“

Sie will gestalten

Schon als Dreijährige, sagt Angela Dorn, habe sie sich in gewisser Weise für Politik interessiert. „Ich habe damals Kröten über die Straße getragen.“ Weltladenarbeit, Engagement im schulischen und universitären Umfeld - die politische Basisarbeit reichte der gebürtigen Aschaffenburgerin irgendwann nicht mehr aus: „Deshalb habe ich den Weg in die parlamentarische Politik beschritten, um wirklich etwas mitgestalten zu können.“

Die Marburger Grünen, aber auch die Mitglieder ihrer Landtagsfraktion kennen die Mutter zweier kleiner Mädchen als konzentrierte Zuhörerin, die „die Gruppendynamik spürt“. Und die, sagt die Landtagsabgeordnete, sei bei den Grünen zurzeit ausgesprochen positiv: „Wir haben keine Flügelstreitigkeiten, wir haben Rückenwind, und wir sind stolz auf das Programm, das wir uns erarbeitet haben - wir sind also ein echtes Team geworden.“

Wenn es im Plenarsaal ruhig bleibt, könnte die Rede langweilig sein

Doch in der Landespolitik ist nicht nur Zuhören gefragt, denn zumindest in der öffentlichen Wahrnehmung zeigt sich das Format von Politikerinnen und Politikern im Plenarsaal: „Im Marburger Stadtparlament ist es ja manchmal schon herb, aber der Landtag ist in dieser Hinsicht nochmal eine Spur härter.“ Mittlerweile empfinde sie jeden Zwischenruf als Motivation, mehr noch: „Wenn die Zwischenrufe ausbleiben, könnte es daran liegen, dass meine Rede langweilig ist.“

Das aufreibende Wiesbadener Politikgeschäft mit der privaten Familiensituation in Einklang zu bringen, ist für Angela Dorn eine permanente Herausforderung. Die Mutter und Ehefrau pendelt zwischen den beiden Wohnsitzen in Marburg und der Landeshauptstadt, hat die Mädchen - wenn möglich - dabei, sagt aber auch: „Das funktioniert im Moment nur, weil mein Mann Elternzeit macht.“ Und danach? „Dann muss man weitersehen - aber ganz ehrlich: Wenn wir Grünen es nicht schaffen, Familie und Beruf zu vereinbaren, wer dann?“

Umwelt und Energie, aber auch Chancengleichheit

Kommunalpolitik, Landespolitik, Spitzenkandidatur - was geschieht nach dem Wahlsonntag im Leben von Angela Dorn? „Na ja, bis zum 22. September tue ich erst einmal alles dafür, dass wir regieren können“, sagt die Grüne. Sollte das, was Umfragen nicht ausschließen, eintreten - eine rot-grüne Landesregierung - , rechnet die 30-Jährige damit, „eine gestaltende Rolle“ in Wiesbaden zu spielen. Doch sie sagt auch: „Es bringt nichts, jetzt darüber zu philosophieren, wer dann was macht.“

Jetzt ist die Grüne erst einmal Spitzenkandidatin. In ihrer Rede sprach sie die Themen an, für die sie „brennt“ - Umwelt und Energie, aber auch Chancengleichheit.

von Carsten Beckmann

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