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Ärzte wollen Patienten künftig komplette Krankenakte offenlegen

Gesundheit Ärzte wollen Patienten künftig komplette Krankenakte offenlegen

Ärzte in Deutschland wollen künftig ihren Patienten auf Verlangen Einsicht in deren komplette Krankenakte geben. Der Deutsche Ärztetag beschloss nach Angaben der Bundesärztekammer am Donnerstag in Frankfurt eine entsprechende Änderung der Berufsordnung.

Frankfurt/Main. Bislang konnten Mediziner laut der Verordnung ihren Patienten diejenigen Teile der Akte vorenthalten, in denen sie ihre subjektiven Eindrücke notiert hatten.

Mit der Novellierung setzt der Deutsche Ärztetag den 2013 geänderten Paragraf 630g des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB) um. Dieser schreibt unter anderem vor, dass Patienten auf deren Verlangen unverzüglich Einsicht in ihre vollständige Patientenakte zu gewähren ist, soweit nicht therapeutische Gründe dagegensprechen.

Der Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz, Eugen Brysch, sprach von einem skurrilen Beschluss. Es bedürfe "dieses Gnadenerweises durch die Ärzteschaft" nicht, das deutsche Recht regle die Situation ohnehin. "Das ist, wie wenn die Taxifahrer beschließen, künftig auf der Straße rechts zu fahren - obwohl in Deutschland bereits ein Rechtsfahrgebot existiert."

Auf der Tagesordnung des 118. Deutschen Ärztetages stand auch die Wahl der Führungsspitze. Bisheriger Vorsitzender ist Frank Ulrich Montgomery. Der 62 Jahre alte Radiologe leitet das Gremium seit 2011. Die 250 Delegierten des Ärztetages tagen noch bis Freitag.

dpa

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