Volltextsuche über das Angebot:

20 ° / 11 ° wolkig

Navigation:
Zwölf Jahre Haft für tödliche Schüsse auf Wachmann

Prozesse Zwölf Jahre Haft für tödliche Schüsse auf Wachmann

Von hinten erschießt ein Mann sein Opfer in einem Auto. Das war Mord, urteilt das Landgericht Kassel. Der Angeklagte sei aber kein kaltblütiger Killer, sondern psychisch krank.

Voriger Artikel
Jauch-Kandidatin aus Eltville vor der Eine-Million-Frage
Nächster Artikel
Schwarzarbeit beim Sicherheitsdienst: Millionenschaden

Auf der Richterbank liegt ein Richterhammer aus Holz.

Quelle: Uli Deck/Archiv

Kassel. Den zweiten Schuss setzte er, um sicher zu gehen, dass sein Opfer tot ist: Wegen Mordes hat das Landgericht Kassel einen 25-Jährigen zu zwölf Jahren Haft verurteilt. Der Mann muss nicht lebenslang hinter Gitter, weil bei ihm wegen einer psychischen Krankheit eine eingeschränkte Schuldfähigkeit während der Tat nicht auszuschließen sei, sagte der Vorsitzende Richter am Dienstag. "Er ist nicht der Killer, der jemand in einen Hinterhalt lockt." Der 25-Jährige sei nicht nur depressiv, sondern habe eine verzerrte Wahrnehmung und sei deshalb besonders gefährlich. Aufgrund der Erkrankung hätte jeder das Opfer werden können, sagte er.

Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der geständige Angeklagte seinen früheren Kollegen und Bekannten am 10. Februar auf einem Feldweg im nordhessischen Calden getötet hat. Beide waren zuvor gemeinsam als Wachmänner in der Flüchtlings-Erstaufnahmeunterkunft in Calden tätig gewesen. Am Tattag hatte der Angeklagte seinem 35 Jahre alten Opfer während einer Autofahrt heimtückisch von hinten in den Kopf geschossen. Nachdem das Auto zum Stehen kam, lebte der Mann noch. Daraufhin schoss der 25-Jährige noch einmal in dessen Kopf.

Warum es zu dem Verbrechen kam, blieb in dem Prozess weitgehend unbeantwortet. "Es war eine von Angst gesteuerte Reaktion", sagte der Vorsitzende Richter. Als er das Geschehen noch einmal darstellte, brach die Mutter des Opfers in Tränen aus.

Die Staatsanwaltschaft hatte auf eine Haftstrafe von 13 Jahren und acht Monaten plädiert. Der Verteidiger forderte, deutlich unter der Höchststrafe zu bleiben. Er hatte zum Auftakt des Prozesses ein Geständnis seines Mandaten verlesen.

dpa

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Panorama

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr