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Zehn Jahre nach "Kyrill": Entwicklung zu Mischwald beschleunigt

Wetter Zehn Jahre nach "Kyrill": Entwicklung zu Mischwald beschleunigt

Der Wald in Hessen trug schwere Schäden davon, als der Orkan Kyrill 2007 über das Land fegte. Jetzt, zehn Jahre später, sind die Schäden beseitigt. Die Orkanschäden wurden genutzt, um den Wald beständiger gegen Stürme und Klimawandel zu machen.

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Vom Orkan "Kyrill" umgeknickte Fichten liegen in einem Waldstück.

Quelle: Uwe Zucchi/Archiv

Kassel. Zehn Jahre nach dem schweren Orkan "Kyrill" hat Hessen Forst eine positive Bilanz gezogen. Der verheerende Sturm habe die Entwicklung von Rein- zu Mischwäldern in Hessen beschleunigt, teilte der Landesbetrieb mit. Auf einer Fläche von 73 000 Hektar - das entspricht etwa der Größe des Landkreises Limburg-Weilburg - hatte der Orkan Bäume umgefegt. Insgesamt fielen den Böen rund sieben Millionen Festmeter Holz zum Opfer, davon mehr als 80 Prozent Fichten. "Es waren erschütternde Bilder, das Ausmaß des Sturmwurfs erschien endlos", sagte Hessen-Forst-Leiter Michael Gerst.

Der Orkan wütete vom 17. zum 18. Januar 2007. In Hessen waren vor allem Fichtenwälder mit ihren Flachwurzeln betroffen. Diese hatte man nach dem Zweiten Weltkrieg angebaut, weil damals schnell wachsendes Holz benötigt wurde. Ein Mischwald aus mehreren Baumarten sei aber ökologisch und ökonomisch das Beste, teilte Hessen Forst mit. Da nach dem Orkan die Flächen mit Mischwald wieder aufgeforstet wurden, sei "Kyrill" ein Beschleuniger des Prozesses gewesen. Insgesamt hat Hessen Forst nach dem Orkan in den betroffenen Gebieten rund zwölf Millionen neue Bäume gepflanzt.

Nach rund sieben Jahren war die Wiederbewaldung abgeschlossen, heute stehen in Hessen vornehmlich stabile Mischwälder. "Die Kulturen sind gut gelungen, auch die Holzvorräte haben sich durch verantwortungsvolle Holznutzung erholt und befinden sich auf einem bisher unerreicht hohen Niveau", betonte Gerst.

Die an den Klimawandel angepasste Mischung der Baumarten müsse nun langfristig gesichert werden. Dazu arbeitet Hessen Forst mit einer Karte, die die durch den Klimawandel veränderten Bedingungen einbezieht und erkennen lässt, welche Standorte für welche Baumarten auch in 50 oder 100 Jahren noch passend sein werden.

Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) war "Kyrill" einer der schwersten Orkane der vergangenen Jahrzehnte. Mehr als 50 Millionen Bäume stürzten bundesweit um. 13 Menschen kamen ums Leben, die Bahn stellte erstmals in der Nachkriegsgeschichte den gesamten Schienenverkehr ein. Bereits Tage zuvor hatte der Wetterdienst vor den Ausmaßen gewarnt. "Die frühzeitigen Warnungen hatten sicherlich geholfen, die Schäden durch "Kyrill" einigermaßen zu begrenzen", hieß es beim DWD.

dpa

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