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Werke russischer Avantgardekunst gefälscht - Bande vor Gericht

Kriminalität Werke russischer Avantgardekunst gefälscht - Bande vor Gericht

Mit Fälschungen russischer Avantgardekunst soll sich eine internationale Bande Millionen ergaunert haben. Drei Männer müssen sich deshalb von Dienstag (10. 2.) an vor dem Landgericht Wiesbaden verantworten.

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Der Prozess beginnt am 10. Februar um 9.00 Uhr.

Quelle: Fredrik von Erichsen/Archiv

Wiesbaden. Gewerbs- und bandenmäßiger Betrug sowie Urkundenfälschung werden einem 42-Jährigen und einem 68 Jahre alten Mann vorgeworfen. Ein 41-Jähriger steht wegen Beihilfe vor Gericht.

Angeklagt ist nach Angaben der Staatsanwaltschaft der Verkauf von 19 gefälschten Bilder im Stil von Wassily Kandinsky, Kasimir Malewitsch, Alexej von Jawlensky oder Natalja Gontscharowa. Fast elf Millionen Euro soll die Bande auf diesem Weg ergaunert haben. Sechs weitere Mal sei im Anklagezeitraum von September 2006 bis Januar 2013 versucht worden, gefälschte Bilder an den Mann zu bringen, sagte ein Sprecher der Ermittlungsbehörde. Rund acht Millionen Euro hätte diese Geschäft eingebracht, wenn es zum Verkauf gekommen wäre. Sammler kauften die Fälschungen in Galerien oder ersteigerten sie auf privaten Auktionen.

Bei den Tatverdächtigen handelt es sich um einen 42 Jahre alten früheren Galeristen aus Wiesbaden, der für den Verkauf und die Organisation in Deutschland zuständig gewesen sein soll. Der 68 Jahre alte Angeklagte werde als der eigentliche Chef der internationalen Bande und Besitzer der gefälschten Bilder angesehen.

Der Mann soll auch die Kontakte zu den Malern und Fälschern im Ausland gehabt haben. Gegen einen der Maler laufe bereits ein Verfahren in Israel, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft. Die Werke hatten die Fälscher mit Echtheitszertifikaten ausgestattet. Damit sollte der Eindruck erweckt werden, es handele sich um bislang unbekannte Gemälde der Künstlergruppe.

Aufgeflogen war die Bande im Juni 2013 nach einer Razzia in mehreren Bundesländern sowie in der Schweiz und in Israel. Mehr als 1000 gefälschte Gemälde und Verkaufsunterlagen sowie Schmuck und Wertgegenstände waren dabei sichergestellt worden. Alleine in einer Wiesbadner Lagerhalle sei eine Vielzahl von Fälschungen entdeckt worden, erklärte der Sprecher. Da aber nicht nachgewiesen werden konnte, dass diese Bilder bereits potenziellen Kunden angeboten wurden, seien sie nicht Teil der Anklage.

Die beiden Hauptangeklagten sitzen in Untersuchungshaft. Der 41 Jahre alte Mann, der vor allem Fahrdienste übernommen haben soll und wegen Beihilfe angeklagt wurde, ist auf freiem Fuß. Der Prozess vor dem Wiesbadener Landgericht beginnt am 10. Februar um 9.00 Uhr.

dpa

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