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Wedel setzt erste Zeichen als neuer Leiter der Hersfelder Festspiele

Theater Wedel setzt erste Zeichen als neuer Leiter der Hersfelder Festspiele

Mit Änderungen in der Organisation und einer kürzeren Spielzeit will Dieter Wedel als neuer Leiter der Bad Hersfelder Festspiele das Spagat zwischen künstlerischem Anspruch und knapper Finanzausstattung bewältigen.

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Wedel übernimmt ab Oktober die Leitung der Festpiele.

Quelle: Uwe Zucchi

Bad Hersfeld. Und gleich zu Beginn seiner Amtszeit Vergangenheitsbewältigung betreiben: Wedel hofft auf eine Inszenierung seines fristlos entlassenen Vorgängers Holk Freytag im nächsten Jahr. Er wolle sich am (morgigen) Samstag mit ihm treffen, sagte Wedel bei seiner offiziellen Vorstellung am Freitag in Bad Hersfeld. Auch ein Stück für Kinder und Jugendliche will Wedel auf die Bühne der Stiftsruine bringen.

Die Stadt hatte Holk Freytag nach einem monatelang andauernden und erbitterten Streit um die Finanzen im August fristlos entlassen.

Wedel nannte noch keine Stücke und auch noch keine Namen von Schauspielern, weil die Gespräche jetzt erst anliefen. Dafür sprach er über seine persönlichen Vorlieben: "Ich bin ein großer Shakespeare-Fan. Mein Lieblingsstück ist "Was Ihr wollt", weil Shakespeares Figuren den Menschen von heute ähneln. Allerdings werde ich kein historisches Stück aus der Vergangenheit inszenieren, sondern immer den Blick aus der heutigen Sicht mit einbeziehen."

Um zu sparen, kündigte Wedel eine Verkürzung der Spielzeit an. Den Streit zwischen Bürgermeister Thomas Fehling und Intendant Freytag habe er aus der Ferne verfolgt. "Schon meine Vorgänger-Intendanten Elke Hesse und Volker Lechtenbrink haben von Streit mit verschiedenen Bad Hersfelder Bürgermeistern erzählt. Deshalb glaube ich, die Ursache für den Streit liegt in der Struktur der Festspiele."

Wedel schlug deshalb vor, für die Festspiele eine gemeinnützige GmbH zu gründen. Außerdem regte er an, Privatpersonen als Sponsoren anzusprechen. Wedel berichtete von einer öffentlichen Probe vor Sponsoren in Worms, die dann begeistert waren und Karten für die Nibelungen-Festspiele gekauft hätten, deren Intendant er viele Jahre war.

Bürgermeister Fehling kann sich nach eigenen Worten das Konzept einer gemeinnützigen GmbH abseits jeglicher politischer Parteien durchaus vorstellen, da viele Festspiele wie etwa in Bregenz, Bayreuth und Salzburg ähnlich organisiert seien. Der Bürgermeister versprach, mögliche Meinungsverschiedenheiten mit dem Intendanten künftig nicht mehr öffentlich, sondern im direkten Gespräch auszutragen. Der Vertrag mit Dieter Wedel läuft bis einschließlich 2018.

Wedel leitete zuletzt die Nibelungenfestspiele in Worms. Beim Fernsehpublikum machte er sich einen Namen mit vielbeachteten Mehrteilern (u.a. "Der große Bellheim"). Wedel bekam zahlreiche Auszeichnungen, darunter die Goldene Kamera, den Adolf-Grimme-Preis und den Bambi.

Die neue Aufgabe in Osthessen hat für Wedel auch eine emotionale Note: "Ich freue mich, durch meine neue Aufgabe als Intendant der Bad Hersfelder Festspiele wieder eine Verbindung zu meiner Heimat zu haben." Der 71-Jährige ist in Frankfurt geboren und wuchs in Bad Nauheim auf. Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) schickte Grüße nach Bad Hersfeld und kündigte seinen Besuch der Festspiele im kommenden Jahr an. Den Spielplan für seine erste Festspiel-Saison in Bad Hersfeld will Wedel Mitte November vorlegen. Bürgermeister Fehling versprach, der Kartenvorverkauf werde rechtzeitig zum Weihnachtsgeschäft beginnen.

dpa

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