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Waffenfund: Bezüge zur rechten Szene und "Reichsbürgern"

Kriminalität Waffenfund: Bezüge zur rechten Szene und "Reichsbürgern"

Zollfahnder haben am Dienstag in elf Bundesländern nach illegal im Internet gekauften Waffen gesucht. Einige der Beschuldigten gehören den Ermittlern zufolge zur rechten Szene und zu den "Reichsbürgern".

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Ein sichergestellter Schreckschuss-Revolver in einer Tüte des Zoll.

Quelle: Andreas Arnold

Frankfurt/Main. 42 illegal im Internet gekaufte Schusswaffen haben die Ermittler bei bundesweiten Durchsuchungen am Dienstag sichergestellt. Unter den 29 Verdächtigen aus elf Bundesländern seien auch Personen, die der rechten Szene und den sogenannten Reichsbürgern zuzuordnen seien, sagte der Sprecher des Zollfahndungsamtes in Frankfurt, Hans-Jürgen Schmidt, am Mittwoch. Besonders viel wurde in Baden-Württemberg gefunden. Festgenommen wurde niemand.

Von den 42 Waffen waren 10 scharfe Schusswaffen, die anderen sogenannte Schreckschusswaffen für Hartgummigeschosse. Auch für diese Waffen, deren Einsatz zu erheblichen Körperverletzungen führen kann, ist eine Erlaubnis notwendig.

Die Zollfahnder hatten am Dienstag 33 Wohnungen, Hotelzimmer und Geschäftsräume durchsucht. Dabei wurden auch Munition, Computer und Datenträger sichergestellt, wie die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt berichtete. Die Auswertung der sichergestellten Gegenstände dauerte am Mittwoch noch an.

Am meisten wurde bei zwei Durchsuchungen in Baden-Württemberg gefunden. Bei einem 63-Jährigen aus dem Kreis Lörrach seien sieben Waffen, darunter drei scharfe Waffen, beschlagnahmt worden. Eine Pumpgun und eine Kurzwaffe seien geladen gewesen. Die Ermittler entdeckten auf dem Dachboden auch rund 120 Schuss Munition. Genauere Angaben zu dem Beschuldigten und der Durchsuchung im Enzkreis im Nordschwarzwald machten sie nicht.

In Hessen wurden zwei Objekte durchsucht: Im Kreis Marburg-Biedenkopf und im Kreis Limburg-Weilburg. Dabei beschlagnahmten die Ermittler fünf Schusswaffen und 690 Schuss sogenannten Starenschreck, pyrotechnische Munition. Einzelheiten nannten Zollfahndung und Generalstaatsanwaltschaft nicht. In Bayern, Berlin, Brandenburg, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein und Thüringen rückten die Beamten ebenfalls aus. Rund 400 Beamte waren bundesweit im Einsatz.

Den Beschuldigten im Alter von 25 bis 72 Jahren wird zur Last gelegt, 2016 in einem ausländischen Internet-Shop Waffen zum Verschießen von Hartgummigeschossen gekauft zu haben. Sie kennen sich untereinander nach Erkenntnissen der Ermittler aber nicht. Ihnen drohen wegen Verstößen gegen das Waffengesetz bis zu fünf Jahren Haft oder eine Geldstrafe.

dpa

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