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Vor Gericht verlobt: Zeugin muss nicht aussagen

Prozesse Vor Gericht verlobt: Zeugin muss nicht aussagen

Die einzige Tatzeugin einer lebensgefährlichen Messerattacke hat sich im Gerichtssaal mit dem Angeklagten verlobt. Damit muss die 46-Jährige in dem Prozess vor dem Landgericht Frankfurt nicht mehr aussagen, denn Verlobte haben ein umfassendes Zeugnisverweigerungsrecht.

Frankfurt/Main. Auch der Angeklagte (36) gab während der Verhandlung sein Eheversprechen. "Dann sind beide spätestens seit heute verlobt", sagte die Vorsitzende Richterin bei dem Prozessauftakt am Mittwoch mit einem Kopfschütteln und entließ die Zeugin.

Zuvor hatten Gericht und Staatsanwaltschaft die 46-Jährige intensiv zu ihrer Aussage befragt, dass sie mit dem mutmaßlichen Messerstecher verlobt sei und deshalb nicht aussagen wolle. Die Frau erneuerte schließlich ihre Ankündigung, den Mann heiraten zu wollen.

Der 36-Jährige soll im April dieses Jahres in der Wohnung seiner Lebensgefährtin einen Gleichaltrigen mit einem Küchenmesser lebensgefährlich verletzt haben. Dem Opfer mussten große Teile des Darms entfernt werden. Die Staatsanwaltschaft geht von versuchtem Totschlag aus. Der Angeklagte bestritt einen Tötungsvorsatz und schob die Tat auf einen "Filmriss", nachdem er Alkohol getrunken habe. Es sind zwei weitere Verhandlungstage geplant.

dpa

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