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Ungebremst gegen Prellbock: Leerer ICE springt aus den Gleisen

Notfälle Ungebremst gegen Prellbock: Leerer ICE springt aus den Gleisen

Die Bilder sind spektakulär, der Schaden immens. Das Zugunglück in Frankfurt-Griesheim ist trotzdem glimpflich ausgegangen.

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Mitarbeiter der Deutschen Bahn stehen neben dem entgleisten ICE.

Quelle: Arne Dedert

Frankfurt/Main. Auf dem Weg zur Werkstatt ist in Frankfurt ein leerer ICE entgleist. Fahrgäste kamen bei dem Unfall am Freitag nicht zu Schaden, doch er wirbelte den S-Bahn-Plan durcheinander und verursachte hohen Sachschaden. Erst am Abend wurde die Sperrung des betroffenen Bahnhofs Frankfurt-Griesheim weitgehend aufgehoben, wie ein Bahnsprecher mitteilte. Die S-Bahnen der Linie S1 fuhren wieder auf ihrer regulären Strecke. Die Züge der Linie S2 sollten hingegen erst am Samstag wieder planmäßig verkehren. Am Freitagabend fielen sie zwischen Frankfurt-Höchst und Offenbach Ost noch aus.

Der ICE sollte um 1.39 Uhr vom Frankfurter Hauptbahnhof in den Betriebshof gefahren werden, wo er gewartet und gereinigt werden sollte. Am Bahnhof Griesheim überfuhr der Zug auf einem Nebengleis einen Prellbock - ungebremst, wie die Bahn am Freitagnachmittag berichtete.

Der Zug durchbrach den Prellbock und kam erst nach etwa 20 Metern auf dem Bahnsteig zum Stehen. Da sich weder im Zug noch auf dem Bahnsteig Reisende befanden, wurde niemand verletzt. Der Lokführer wurde nicht verletzt, erlitt aber einen Schock und war zunächst nicht vernehmungsfähig.

Wie es zu dem Unfall kommen konnte, war am Freitag noch nicht bekannt. Die Bundespolizeiinspektion und das Eisenbahnbundesamt ermitteln. Der Schaden dürfe sich nach ersten Schätzungen der Bahn auf über eine Millionen Euro belaufen.

Der Bahnhof Griesheim wurde nach dem Unfall komplett für den Zugverkehr gesperrt. Der Regional- und Fernverkehr war nicht betroffen, aber S-Bahnen wurden zunächst umgeleitet oder fielen aus. Pendler am Bahnhof Griesheim mussten auf Straßenbahnen und Busse ausweichen.

Die Bergung zog sich den ganzen Tag hin. Der hintere Teil des Zuges, der noch in den Gleisen stand, konnte schon am Vormittag abgeschleppt werden. Den Triebwagen zu bergen, der auf den Bahnsteig gesprungen war, erwies sich als schwieriger. Dafür mussten zwei Spezialkräne geordert werden, die aus Fulda kamen. Erst am Nachmittag konnte die Bergung endlich beginnen.

Aus Sicherheitsgründen mussten Oberleitungen, Schienen, Signale und eine Unterführung auf mögliche Beschädigungen untersucht werden. Am Abend konnte die Sperrung des Bahnhofs dann nach Ende der Bergungsarbeiten weitgehend aufgehoben werden.

dpa

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