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Tod bei Sprengung eines Automaten: Komplizen schweigen vor Gericht

Nach der Sprengung eines Fahrkartenautomaten mit tödlichem Ausgang müssen sich zwei Männer in Hanau wegen Mordes an einem Komplizen vor Gericht verantworten. Die beiden sollen den schwer verletzten Mann nach der missglückten Sprengung in Baden-Württemberg zunächst nach Hessen transportiert und dort sterbend vor einem Bahnhof abgelegt haben, bevor sie die Flucht ergriffen.

Hanau. Die Staatsanwaltschaft spricht von Mord. Die beiden Angeklagten aus dem hessischen Schlüchtern schwiegen zum Prozessauftakt am Dienstag vor dem Landgericht.

Die Verteidiger der 52 und 35 Jahre alten Männer wollen mit psychiatrischen Gutachten klären lassen, ob die Männer nach der überraschenden Wendung in der Tatnacht noch steuerungsfähig waren. Gemeinsam mit dem 47-jährigen Opfer sollen sie den Automaten der Deutschen Bahn im September 2013 bei Wittighausen in die Luft gejagt haben, um an Geld zu kommen. Den schwer verletzten Komplizen aus dem bayerischen Zeitlofs fuhren sie nach der Tat noch 120 Kilometer ins osthessische Bad Soden-Salmünster und legten ihn dort ab. Dann flohen sie mit dem Auto des Toten in ihren Heimatort Schlüchtern. Die Ermittler fanden bei den Männern die Tatwerkzeuge und die Beute - rund 218 Euro.

Allein in Hessen haben Kriminelle im vergangenen Jahr mindestens 120 Fahrkartenautomaten gesprengt. Bundesweit waren es mehr als 480 Automaten. Dabei gehen die Täter fast immer nach dem gleichen Schema vor: Sie kleben alle Schlitze, Spalten und Öffnungen am Automaten ab. Dann leiten sie Gas hinein. Es vermischt sich mit dem Sauerstoff der Luft zu einem hochexplosiven Gemisch. Ein Funke genügt, und der Apparat detoniert mit der Wucht einer Sprengstoffexplosion.

Bislang sind in Hanau fünf Verhandlungstage bis zum Urteil geplant. Der Prozess wird am 22. Mai (09.00 Uhr) fortgesetzt.

dpa


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