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Tierschützer erstatten Anzeige wegen Gänsejagd

Tiere Tierschützer erstatten Anzeige wegen Gänsejagd

Die Organisation Peta sieht einen Verstoß gegen das Tierschutzgesetz. Der zuständige Jäger widerspricht: Allein in Hessen seien im vergangenen Jagdjahr rund 3000 Gänse geschossen worden.

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Wildgans im Brentanobad in Frankfurt am Main.

Quelle: Andreas Arnold/Archiv

Frankfurt/Main. Wegen der Wildgans-Jagd im Frankfurter Brentanobad hat die Tierrechtsorganisation Peta Strafanzeige gegen den Jäger und die Jagdbehörde erstattet. Sie begründete den Schritt in einer Mitteilung vom Mittwoch damit, dass die Tötung eines Wirbeltieres ohne laut Tierschutzgesetz erforderlichen vernünftigen Grund strafrechtlich relevant sei.

"Gänse zu töten, weil sie zu viel Kot hinterlassen, stellt nach unserer Auffassung einen Verstoß gegen das Tierschutzgesetz dar", erklärte Peta-Fachreferent Peter Höffken. Eine Infektionsgefahr durch den Kot sei äußerst gering. Die Stadt Frankfurt müsse schnellstens zu gewaltfreien Lösungsansätzen übergehen.

Jäger Axel Seidemann, der die Tiere im Brentanobad erlegt hat, verwies darauf, dass im vergangenen Jagdjahr von April bis März allein in Hessen rund 3000 Gänse geschossen worden seien, darunter mehr als 2100 Nilgänse. "Jagd produziert Wildbret, das gegessen wird - das ist der vernünftige Grund", sagte er. Die erlegten Gänse aus dem Schwimmbad habe er teilweise selbst gegessen. Von der Peta-Anzeige habe er über die Medien erfahren. "Ich bin sicher, dass sich alles in heiße Luft auflösen wird", sagte er.

Mitarbeiter der Stadt hatten im Kot der Nilgänse Salmonellen entdeckt. Daraufhin erteilte die Verwaltung eine Ausnahmegenehmigung für den Abschuss der Tiere. Der aus Afrika eingewanderte Vogel darf in Hessen seit 2011 außerhalb geschlossener Ortschaften bejagt werden. Die Jagdsaison beginnt im September und endet im Januar. Das Brentanobad zählt zu den größten Freibädern Europas. Zeitweise waren dort bis zu 100 Nilgänse. Im Oktober berät ein Runder Tisch mit Fachleuten, wie weiter mit den Wildgänsen umgegangen werden soll.

dpa

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