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Tempo 140 in der Baustelle: Polizei erwischt Raser bei Blitzmarathon

Verkehr Tempo 140 in der Baustelle: Polizei erwischt Raser bei Blitzmarathon

Mit mehr als 400 Blitzgeräten hat die Polizei am Donnerstag auch in Hessen Jagd auf Raser gemacht. Beim sogenannten Blitzmarathon wurden in Deutschland und in 21 weiteren europäischen Ländern Kontrollstellen aufgebaut, die zuvor im Internet bekanntgegeben worden waren.

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Im Land werden mehr als 900 Polizisten messen.

Quelle: Carsten Rehder/Symbol

Wiesbaden/Frankfurt. Im Laufe des Tages registrierten die hessischen Beamten einige schwere Verstöße gegen Geschwindigkeitsbegrenzungen. Insgesamt gesehen seien die Fahrer aber langsamer unterwegs gewesen als an normalen Tagen. "Die Leute haben das Thema Blitzmarathon angenommen", sagte der Sprecher des Polizeipräsidiums Mittelhessen, Guido Rehr.

Auf der A 480 bei Gießen erwischte die Polizei einen ihrer Kollegen aus Russland mit Tempo 140 in einer Baustelle, in der nur 80 Stundenkilometer erlaubt waren. "Der Mann hatte von dem Blitzmarathon nichts mitbekommen", berichtete Rehr. Er habe 500 Euro bezahlen müssen. Im Lahn-Dill-Kreis wurde ein Mann mit 143 bei erlaubtem Tempo 100 geblitzt. Er sagte den Beamten, er habe an dieser Stelle kurz vor der Landesgrenze zu Rheinland-Pfalz nicht mit einem Blitzgerät gerechnet, weil er sich bereits im Nachbarland wähnte. Folge: 160 Euro Buße und ein Monat Fahrverbot.

Andernorts habe die Polizei keine einzige Geschwindigkeitsübertretung registriert, auch an Stellen, an denen normalerweise viele Fahrzeuge in die Radarfallen fahren. Der Blitzmarathon sollte noch bis Mitternacht weiterlaufen, Ergebnisse wollte das Innenministerium am Freitag mitteilen.

Die Polizei wolle in den kommenden acht Wochen an einigen der Stellen weiterblitzen, um zu sehen, wie nachhaltig die Aktion gewesen sei, sagte Rehr. "Wir hoffen, die Leute dazu zu kriegen, langsamer zu fahren. Wenn alle vernünftig fahren, ist das für alle besser, sicherer und entspannter." Überhöhte Geschwindigkeit sei eine der Hauptursachen für Unfälle mit getöteten oder schwer verletzten Opfern. 2014 waren 223 Menschen auf den Straßen im Land ums Leben gekommen.

Es war bereits der dritte Blitzmarathon, im Visier hatte die hessische Polizei diesmal insbesondere Biker. Bereits jetzt zu Beginn der Motorradsaison zeige sich, dass es wieder vermehrt Unfälle gebe. Um auch Motorradfahrer wirksam blitzen zu können, setzte die Polizei erstmals eine Technik ein, die auch Fotos von hinten aufnimmt - dort ist an Zweirädern das Kennzeichen angebracht. Ergebnisse dazu soll es am Freitag geben.

dpa

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