Volltextsuche über das Angebot:

11 ° / -2 ° Regenschauer

Navigation:
Stadthaus für neue Frankfurter Altstadt im Rohbau fast fertig

Kommunen Stadthaus für neue Frankfurter Altstadt im Rohbau fast fertig

Wie eine offene Wunde liegt die Baustelle auf Frankfurts geschichtsträchtigstem Platz zwischen dem Dom und dem Rathaus Römer: Zwei riesige Kräne und drei Dutzend Bauarbeiter sind nur die Vorhut für eines der größten Projekte der Stadt.

Voriger Artikel
Umsatz der Buchbranche bleibt stabil - Internet-Handel geht zurück
Nächster Artikel
Betreuer gekidnappt: Psychisch Kranker steht vor Einweisung

Arbeiter sind am Neubau des Stadthauses beschäftigt.

Quelle: Frank Rumpenhorst

Frankfurt/Main. Für knapp 170 Millionen Euro soll auf historischem Grund im Herzen der City ein neues Viertel entstehen. Als erstes wurde das "Stadthaus am Markt" in Angriff genommen, der Rohbau ist fast fertig, im Herbst soll Richtfest sein. Für 2015 ist die Eröffnung geplant.

In den nächsten vier Wochen werde die Genehmigung für den Bau der übrigen 35 Häuser erwartet, dann folge die Ausschreibung der Arbeiten, sagte Projektleiter Patrick Brummermann am Dienstag. Baubeginn soll in wenigen Monaten sein: "Beton fließt im Herbst." 2017 solle alles fertig sein, sagte Michael Guntersdorf, Geschäftsführer der städtischen DomRömer GmbH.

Dann steht auf dem Areal eine Mischung von ganz neu entworfenen und 15 nach historischem Vorbild rekonstruierten Häusern, die an die im Zweiten Weltkrieg völlig zerstörte mittelalterliche Altstadt erinnern sollen. Alte Baupläne gibt es nicht, aber Fotos und Zeichnungen. Die Rekonstruktionen sollten sich am historischen Original orientieren, sagte Mark Gellert, Sprecher des Frankfurter Planungsdezernats. Rechtlich seien alle Häuser Neubauten.

Das fünfteilige "Stadthaus" am südlichen Rand des Baugebiets wird eine Begegnungsstätte mit Räumen für Veranstaltungen. Das Grundstück ist besonders, denn genau dort liegt der "Archäologische Garten" mit den Spuren, die Frankfurts Bewohner dort über viele Jahrhunderte hinterlassen haben. Die Stadt nennt den Platz "die Keimzelle von Frankfurt" mit Mauerresten aus der Römerzeit, der karolingischen Kaiserpfalz aus dem 9. Jahrhundert und mittelalterlichen Bürgerhäusern.

Die historischen Mauern, die erst nach dem Krieg zu Tage traten, sollen wie in den vergangenen Jahrzehnten frei zugänglich sein. Während des Baus sind sie hinter Bretterverschlägen verschwunden. Der Versammlungssaal des "Stadthauses" soll fünf bis sechs Meter darüber schweben.

Das Altstadtprojekt im Herzen der Frankfurter City mit Geschäften, Restaurants und Lokalen soll 169,4 Millionen Euro kosten. Die Stadt trägt davon etwa 100 Millionen Euro. Einem Bürgerbegehren der Initiative "Altstadt retten", die mehr Rekonstruktionen will, werden in der Stadt eher geringe Chancen eingeräumt.

Das Interesse für die 50 Eigentumswohnungen sei groß, sagte Projektleiter Brummermann. Vom 35 Quadratmeter großen Appartement bis zur 190 Quadratmeter großen Wohnung über mehrere Etagen reicht das Spektrum. Die Preise liegen zwischen 5000 und 7000 Euro pro Quadratmeter. Der Verkauf soll im Herbst abgeschlossen sein. Mit 150 potenziellen Käufern seien Gespräche geführt worden. Wenn es mehr Käufer als Wohnungen gebe, werde ausgelost.

dpa

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Panorama

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr