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Schwer verletzter Somalier: Kein Verfahren gegen Polizisten

Notfälle Schwer verletzter Somalier: Kein Verfahren gegen Polizisten

Nach dem Sturz eines somalischen Flüchtlings aus einem fahrenden Polizeibus müssen die zuständigen Beamten keine Konsequenzen fürchten. Es liege nach einer ersten Prüfung kein Fehlverhalten der mit der Abschiebung betrauten Polizisten vor, teilte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Darmstadt am Donnerstag mit.

Frankfurt/Main. Die Behörde werde kein Ermittlungsverfahren gegen die Beamten einleiten. Der Somalier war nicht gefesselt. Laut Polizei gab es dafür aber auch keinen Grund.

Der 26 Jahre alte Somalier hatte sich am Mittwoch kurz vor dem Frankfurter Flughafen bei Tempo 100 aus dem fahrenden Kleinbus gestürzt. Er verletzte sich schwer und wurde in ein Frankfurter Krankenhaus gebracht. Er schwebte aber nicht in Lebensgefahr, wie ein Polizeisprecher am Donnerstag sagte. Die Behörden wollten den Flüchtling von seinem Wohnort in Westerburg im Westerwald nach Italien abschieben. Nach dem Vorfall wurde auch die Frage gestellt, warum in der Tür des Wagens keine Kindersicherung war und der Mann keine Handschellen trug.

Obwohl die Staatsanwaltschaft kein Fehlverhalten sah, nahm die Koblenzer Polizei dazu am Donnerstag Stellung: Sie habe an dem Tag so viele Menschen abschieben müssen, dass zwei eigens dafür vorgesehene Fahrzeuge voll waren. Deshalb habe man bei dem Somalier einen herkömmlichen Polizeibus - ohne Kindersicherung - genommen, aber einen zusätzlichen Beamten dazugesetzt. Es habe keine Hinweise auf ein renitentes Verhalten des Somaliers gegeben. Er sei bei seiner Festnahme "absolut kooperativ und unauffällig" gewesen, deshalb habe es auch rechtlich keine Grundlage für eine Fesselung gegeben, so die Polizei.

dpa

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