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Rolle des Karnevalsprinzen beim Springerzug wird versteigert

Brauchtum Rolle des Karnevalsprinzen beim Springerzug wird versteigert

Zum Ersten, Zweiten und zum Dritten! Wer bei der Versteigerung am Sonntag am meisten Geld bietet, wird Karnevalsprinz von Herbstein. Am Rosenmontag darf er als Leitfigur den traditionellen Springerzug im Vogelsberg anführen. Das Höchstgebot liegt schon einige Jahre zurück.

Herbstein. Für einen der ungewöhnlichsten Fastnachtsumzüge in Hessen wird am Sonntag die Rolle des Karnevalsprinzen versteigert. Bei der Auktion in Herbstein (Vogelsbergkreis) geht der begehrte Part des sogenannten "Bajazz" an den Meistbietenden. Der "Bajazz" darf an Rosenmontag (27. Februar) den Springerzug anführen. Dabei läuft, springt und tanzt er in bestimmter Schrittfolge etwa vier Stunden durch den kleinen Ort.

Der Springerzug geht auf einen alten Brauch zurück. Im 17. Jahrhundert brachten Tiroler Steinmetze, die Restaurationsarbeiten an der Stadtmauer vornahmen, diese Tradition mit nach Herbstein.

In der Gegenwart ist es für fastnachtsbegeisterte junge Männer in Herbstein ein Kindheitstraum, einmal in die Rolle des "Bajazz" zu schlüpfen und das bunte Outfit samt goldener Krone zu tragen. Angefeuert und bejubelt wird er alljährlich von einigen tausend Zuschauern am Wegesrand. Im Vorjahr bekam der Schreinermeister Martin Heuser bei der Versteigerung für 1020 Euro den Zuschlag. Das war vergleichsweise günstig. Denn 2015 waren es für "Bajazz" Christoph Dehn 2730 Euro. Das Höchstgebot liegt seit dem Jahr 2004 bei 3410 Euro.

Neben der Rolle des "Bajazz" werden am Sonntag bei der Sitzung der Fastnachtsvereinigung Herbstein auch die sechs Tirolerpärchen versteigert, das sind ebenso tanzende und springende Traditionsfiguren.

Der Herbsteiner Springerzug ist nicht nur hessenweit bekannt. Ihre Visitenkarte gaben die Vogelsberger mit ihrem Sprungtanz unter anderem bereits beim europäischen Narrentreffen in Bad Cannstatt ab (2009) und bei der Steubenparade in New York (1988 und 2011).

dpa

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