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Renitenter Angeklagter bei Berufungsprozess

Prozesse Renitenter Angeklagter bei Berufungsprozess

Im Berufungsprozess um einem Überfall auf eine Tankstelle ist es am Dienstag vor dem Landgericht Fulda zum Eklat gekommen. Nachdem der 19-jährige Angeklagte den Gutachter und die Staatsanwältin mehrfach beleidigt und bei einer Zeugenaussage ständig dazwischengeredet hatte, schloss der Richter ihn von der Verhandlung aus.

Fulda. Bereits zuvor hatte der Mann seinem Pflichtverteidiger zur Begrüßung nicht die Hand gegeben, einen Dolmetscher abgelehnt und war sitzengeblieben, als der Richter eintrat.

Das Amtsgericht Bad Hersfeld hatte den Angeklagten zu einem Jahr und neun Monaten Gefängnis verurteilt. Er hatte 100 Euro von der Tankstellenpächterin gefordert und als sie ihm kein Geld gab, im Verkaufsraum randaliert und 3000 Euro Schaden angerichtet. Vor der höheren Instanz beteuerte er immer wieder, er habe nichts getan, und dafür sitze er nun schon ein ganzes Jahr in Untersuchungshaft.

Das Video der Überwachungskamera zeigte aber, wie der Angeklagte mit einer Eisenkette mit voller Wucht auf Tresen und Regale schlug. Als er merkte, dass er im Laden eingesperrt war, trat er minutenlang heftig gegen die Eingangstür und schlug mit der Kette dagegen. Die Polizei bändigte ihn mit Pfefferspray. Als der Film abgespielt wurde, schimpfte und gestikulierte der Angeklagte. Der Verteidiger erklärte: Sein Mandant habe eine andere Rechtsauffassung. Für ihn seien Diebstahl und Sachbeschädigung offenbar keine Straftaten.

dpa

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