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Probenstart bei Festspielen: Wedel als Dompteur der Stars

Theater Probenstart bei Festspielen: Wedel als Dompteur der Stars

Star-Rummel in der hessischen Provinz: Intendant und Regisseur Dieter Wedel hat am Montag in Bad Hersfeld zum Probenauftakt der Theater-Festspiele seine Schauspieler begrüßt, darunter zahlreiche aus Film und Fernsehen bekannte Akteure.

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Intendant Dieter Wedel und sein mit Stars besetztes Ensemble.

Quelle: Uwe Zucchi

Bad Hersfeld. Unter den knapp 20 Schauspielern befanden sich Sonja Kirchberger, Cosma Shiva Hagen, Heinz Hoenig und Mathieu Carrière. Sie versammelten sich zur Leseprobe in der Stadthalle. Das Ensemble bringt zum Auftakt der 65. Festspielsaison am 6. Juni die Uraufführung von Shakespeares "Komödie der Irrungen" auf die Bühne.

Der auch als Filme-Macher bekannte Wedel ("Der Schattenmann", ZDF) absolviert seine Debütsaison in Bad Hersfeld. "Zu besonderem Theater gehören auch bekannte Schauspieler", sagte er. Auch Heinz Hoenig ist erstmals in Bad Hersfeld - und kam zum Probenstart nicht allein: Er brachte seinen Mischlingshund Tschula mit und präsentierte ihn den Fotografen.

"Wir machen eine Zirkusvorstellung. Die Bühne wird zu einer riesigen Manege", kündigte Wedel an. "Die größte Sünde, die wir begehen können, wäre, das Publikum zu langweilen. Es investiert schließlich auch Lebenszeit." Wedel appellierte an das Ensemble: "Die Kissen sind aufgeschüttelt. Jetzt müssen wir uns reinlegen und miteinander spielen."

Hoenig sagte zu seinem ersten Festspiel-Engagement in Bad Hersfeld: "Wir haben hier Pionierarbeit vor uns. Da bin ich richtig am Platz. Und da ist Wedel richtig am Platz." Es gehe darum, frischen Wind in die Festspiele zu bringen. "Viele in Deutschland kennen sie ja gar nicht." Auf dem Programm des Festivals stehen sieben Stücke.

Die Hauptrolle des Antipholus bei Shakespeare spielt Lucas Prisor. Wedel schwärmte von der "strahlenden Jugendlichkeit" des 31-jährigen Berliners: "Er besitzt ein überbordendes komödiantisches und spielerisches Talent und große Bühnenpräsenz und Attraktivität."

Bei der Leseprobe versammelte Wedel seine Akteure zur Textarbeit und erläuterte seine Lesart des Stücks. Er schritt beim Rollensprechen auch immer wieder ein, korrigierte, erläuterte seine Intention und Interpretation der Zeilen. Da wurde auch gescherzt, etwa wenn es um die "gut gepolsterte" Figur von Heinz Hoenig ging.

Sich in den Zirkus-Charakter des Stücks hineinzuversetzen - damit hat Wedel überhaupt keine Probleme, wie er sagte: Er fühle sich ohnehin oftmals wie ein Dompteur, der seine Schauspieler wie Raubtiere erstmal auf die Podeste bekommen und disziplinieren muss. Seinem Ensemble versprach er: "Die Proben werden anstrengend."

dpa

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