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Polizisten wegen Körperverletzung im Amt verurteilt

Prozesse Polizisten wegen Körperverletzung im Amt verurteilt

Nach dem Hilferuf eines Jungen fahren Polizisten zu einem Mehrfamilienhaus. Davor steht ein Betrunkener, er will die Mutter des Kindes sprechen. Als der Mann nicht gehen will, packen die Beamten härter zu. Zu hart - urteilte nun ein Gericht.

Limburg. Weil sie im Dienst einen Betrunkenen zu hart angefasst haben, sind zwei Polizisten vom Limburger Amtsgericht zu hohen Geldstrafen verurteilt worden. Wegen Körperverletzung im Amt und gemeinsamer Freiheitsberaubung soll ein mittlerweile pensionierter 60 Jahre alter Beamter 11 200 Euro zahlen, wie das Gericht am Dienstag entschied. Ein damaliger, 49 Jahre alter Kollege bekam wegen der Freiheitsberaubung eine Geldstrafe in Höhe von 5400 Euro. "Die Situation ist den Angeklagten aus den Händen geglitten", sagte die Richterin.

Auslöser war an dem Abend im Juni 2014 der Notruf eines Zehnjährigen aus Limburg. Ein Mann habe geklingelt und erklärt, er wolle die Mutter sprechen. Er werde zur Not die ganze Nacht am Haus warten. Als der offensichtlich Betrunkene trotz Ermahnung der Beamten keine Anstalten machte, zu gehen, stieß ihn der 60-Jährige zu Boden und fesselte ihn mit Handschellen. Der 48-Jährige wurde bis zum nächsten Morgen in eine Gewahrsamszelle gesperrt.

"Sie hätten den Mann nach Hause fahren müssen", sagte die Richterin. Von ihm sei für das Kind keine Gefahr ausgegangen. Den Angeklagten sei es nur darauf angekommen, den Fremden aus dem Verkehr zu ziehen. Dieser sei weder belehrt, noch seien Angehörige benachrichtigt worden, wie es das Gesetz vorschreibt. "Es gab keinen Anlass, ihn in Gewahrsam zu nehmen", sagte die Richterin. Die Verteidiger hatten Freispruch gefordert, die Anklagevertreterin plädierte auf eine höhere Geldstrafe. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

dpa

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