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Polizei warnt vor raffinierter Masche von Autodieben

Kriminalität Polizei warnt vor raffinierter Masche von Autodieben

Einige Autos können auch dann geöffnet werden, wenn der Schlüssel noch in der Hosentasche steckt. Das ist bequem - ruft aber auch technisch versierte Autodiebe auf den Plan. Immerhin helfen einfache Mittel gegen ihre Masche.

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Ein Kriminalhauptkommissar überprüft ein sichergestelltes Fahrzeug.

Quelle: Marijan Murat/Archiv

Wiesbaden. Autodiebe gehen mittlerweile mit raffinierter Technik ans Werk. Sie nutzen nach Angaben des hessischen Landeskriminalamtes (LKA) auch sogenannte Funkwellen-Verlängerer, um Beute zu machen - und hinterlassen dabei kaum Spuren. Zuletzt gab es Berichte von Diebstählen etwa in der Wetterau, in Hanau oder im Main-Kinzig-Kreis, bei denen diese Masche vermutet wird. "Wir haben immer wieder Fälle, bei denen wir den starken Verdacht hegen, dass diese Technik angewendet wurde", sagte ein Sprecher der Polizei in Offenbach.

Das Prinzip dabei beruhe "auf der Verlängerung der Signale, die zwischen dem Fahrzeug und dem Fahrzeugschlüssel ausgetauscht werden", wie das LKA in Wiesbaden erläuterte. Betroffen sind demnach Systeme, bei denen der Schlüssel zum Öffnen und Starten des Wagens nicht mehr in die Hand genommen werden muss - es reicht, wenn der Fahrer ihn dabei hat. Wie viele Autos bislang mit dieser Masche gestohlen wurden, sei aber unklar.

Wegen der schwierigen Spurenlage gebe es keine Statistik, sagte LKA-Sprecher Max Weiß. Allerdings registriere die Polizei seit einiger Zeit mehr Diebstähle von hochwertigen Autos, insbesondere in Süd- und Mittelhessen. Da häufig keine Spuren zu finden seien, wie es sie etwa nach Autoaufbrüchen gebe, könnten die Diebe in manchen dieser Fälle die Funkwellen-Verlängerer genutzt haben. Insgesamt wurden im vergangenen Jahr in Hessen 1489 Fahrzeuge gestohlen.

Die Masche kennen die Ermittler bereits seit mehreren Jahren, wie Weiß weiter berichtete. Dabei nutzen die Täter Geräte, die die Signale zwischen Auto und Schlüssel verstärken - auch wenn dieser in der Wohnung liegt. Die Polizei in Offenbach warnte bereits Ende Juli: "Erreichen die Funkwellen den kritischen Bereich am Auto, so öffnet sich die Türverriegelung. Die Diebe brauchen dann nur einzusteigen, den Motor per Knopfdruck zu starten und mit dem Wagen davonzufahren."

Die Zahl der Diebstähle sei in den vergangenen Jahren insbesondere auch dank elektronischer Maßnahmen wie Wegfahrsperren gesunken, teilte der Verband der Automobilindustrie dazu mit. "Die deutschen Hersteller und Zulieferer stehen in einem stetigen Dialog mit der Polizei, um entsprechende Sicherheitsvorkehrungen zu treffen." Die Erkenntnisse über neue Diebstahlmethoden werden zwischen Industrie und Polizei "in enger Zusammenarbeit rasch und umfassend ausgetauscht und fließen direkt in die weitere technische Optimierung der Fahrzeuge sowie in die Prävention mit ein".

Ein Trost für Autofahrer: Sie können sich mit einfachen Mitteln gegen die Funkwellen-Verlängerer schützen. Die Polizei rät unter anderem dazu, den Autoschlüssel entfernt von Eingangstüren oder Fenstern aufzubewahren oder diesen in einem Schlüsseltresor aus Metall zu legen. Zudem gebe es Mäppchen mit spezieller Sicherheitsfolie. "Nicht formschön, aber eine weitere Option ist das Einwickeln des Fahrzeugschlüssels in Alufolie", so das LKA. Und: Wer eine hat, sollte die Garage nutzen.

dpa

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