Volltextsuche über das Angebot:

12 ° / -3 ° wolkig

Navigation:
Polizei sucht Täter nach Entführung von Milliardärs-Sohn

Kriminalität Polizei sucht Täter nach Entführung von Milliardärs-Sohn

Mithilfe einer Sonderkommission will die Polizei die bisher unbekannten Täter im Fall des entführten Sohns von Milliardär Reinhold Würth ermitteln. Eine heiße Spur gebe es noch nicht, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Gießen am Freitag.

Voriger Artikel
Schauer und Gewitter in Hessen zum Sommerstart am Sonntag
Nächster Artikel
Verkehrsbehinderung: Retter üben an Schiersteiner Brücke

Aufnahme des Unternehmers Reinhold Würth.

Quelle: Daniel Maurer/Archiv

Schlitz. "Wir gehen allen Spuren am Ort des Verschwindens und des Auffindens nach", sagte er. Die Sonderkommission wurde auch am Freitag noch weiter zusammengestellt, wie ein Polizeisprecher in Fulda sagte. Wie viele Beamte ermitteln, wurde nicht bekanntgegeben.

Der 50 Jahre alte Sohn des Schraubenherstellers war am Mittwoch im osthessischen Schlitz entführt worden, wo er in einer Wohngemeinschaft für behinderte Menschen lebt. Er wurde schließlich am Donnerstagmorgen rund eine Stunde Autofahrt entfernt in einem Wald bei Würzburg gefunden - unversehrt. Zuvor war am Stammsitz des Unternehmens in Künzelsau bei Heilbronn (Baden-Württemberg) nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur eine Lösegeld-Forderung von drei Millionen Euro eingegangen. Zu einer Übergabe kam es aber nicht.

Um die Fahndung nicht zu gefährden, nannten die Ermittler keine weiteren Details. Viele Fragen zu dem Fall blieben daher weiterhin offen. Der Geschäftsführende Direktor des Kieler Instituts für Krisenforschung, Frank Roselieb, vermutet, dass es sich bei den Tätern um Profis mit Insider-Kenntnissen gehandelt hat. Es habe kaum Jemand von der Existenz des Würth-Sohns gewusst, sagte der Experte. Der Mann sei auch nicht auf der Straße gekidnappt, sondern im Umfeld eines entlegenen Therapiezentrums entführt worden. Dies habe detailliert geplant werden müssen.

Es war aber offenbar auch kein großes Geheimnis, dass der 50-Jährige dort lebte: "Das weiß ja hier allein schon jeder im Ort", hatte ein Anwohner am Donnerstag gesagt.

Die Entführung überschattet unterdessen ein Musik-Open-Air und Sommerfest zum 70. Würth-Firmenjubiläum am Wochenende. Die Veranstaltungen auf dem Betriebsgelände in Künzelsau finden aber wie geplant statt, wie eine Sprecherin am Freitag sagte. Der 80-jährige Unternehmenschef selber wird beim Tag der Offenen Tür nicht dabei sein. Zum Musikfestival am Freitagabend und Samstag werden laut einer Sprecherin rund 5600 Besucher erwartet, zum Jubiläumsfest am Sonntag bis zu 40 000 Menschen.

dpa

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Panorama

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr