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Polizei steigt bei "Katwarn" ein

Kostenlose Warn-Apps fürs Smartphone Polizei steigt bei "Katwarn" ein

Bei Gefahr klingelt das Smartphone - auf dem Display erscheinen Hinweise der Polizei. Um die Bevölkerung zu warnen, geht Hessen neue Wege. Auch, um die "Deutungshoheit" über Informationen zu wahren.

Bei einem Terroranschlag oder anderen Gefahren warnt die hessische Polizei die Bevölkerung künftig zusätzlich per Smartphone-App Katwarn. Die kostenlose App kann auf jedem Smartphone genutzt werden.Foto: Andreas Arnold

Quelle: Andreas Arnold

Marburg. Bei Terroranschlägen, Amokläufen oder anderen dramatischen Gefahren warnt die hessische Polizei die Bürger künftig mit einer Handy-App.

Die Software „Katwarn“ kann sich jeder kostenlos auf sein Smartphone oder Tablet laden. „Es ist eine schnelle und verlässliche Ergänzung zu den vorhandenen Warnsystemen“, sagte Innenminister Peter Beuth (CDU) am Dienstag in Wiesbaden. „Ich rufe die Menschen auf, diese App zu installieren.“ Am Mittwoch will die Polizei um 12.00 Uhr einen ersten Probealarm in Hessen auslösen.

Katwarn kann Handys auch per SMS warnen

„Katwarn“ meldet sich bei seinen Nutzern beispielsweise auch bei Unwettern, Bombenfunden, Großbränden oder Chemieunfällen. In Hessen nutzen bislang bereits 17 Landkreise den Service für den Katastrophenschutz. Für Menschen ohne Smartphone gibt es die Möglichkeit, sich per SMS aufs Handy warnen zu lassen.

Bislang habe die Polizei die Menschen unter anderem mit Sirenen, Durchsagen aus einem Polizeiwagen vor Ort oder über das Radio gewarnt, sagte

Landespolizeipräsident Udo Münch.

Auch die Internet-Plattform Twitter werde von den Beamten zunehmend genutzt. Im Kampf gegen Falschmeldungen und Panikmache in sozialen Netzwerken sei es wichtig, dass die Polizei die „Deutungshoheit“ in der Kommunikation behalte, betonte Münch. „Wir müssen bei der Geschwindigkeit auf Ballhöhe bleiben.“ Hier sei „Katwarn“ sehr nützlich.

Deutschlandweit bereits mehrere Millionen Nutzer

Entwickelt wurde das System vom Fraunhofer-Institut für Offene Kommunikationssysteme (Fokus) im Auftrag der öffentlichen Versicherer Deutschlands. Es ist seit 2011 im Einsatz. Inzwischen gebe es deutschlandweit mehrere Millionen Nutzer, gut 100 Behörden und Sicherheitseinrichtungen seien angeschlossen, sagte Ortwin Neuschwander vom Fokus.

von Andrea Löbbecke

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