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Polizei hebt internationale Schleuserbande aus: Zehn Festnahmen

Kriminalität Polizei hebt internationale Schleuserbande aus: Zehn Festnahmen

Die Bundespolizei hat zusammen mit italienischen Kollegen ein internationales Schleusernetzwerk zerschlagen. Gegen zehn Beschuldigte wurden Haftbefehle vollstreckt.

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Mehrere Haftbefehle vollstreckt.

Quelle: Frank Rumpenhorst/dpa

Frankfurt/Koblenz. Die mutmaßlichen Schleuser sind zwischen 19 und 38 Jahre alt. Sie sollen gegen die Zahlung hoher Geldsummen die Schleusung von Eritreern von Italien nach Deutschland und Skandinavien organisiert haben. Die Ermittler gehen von mehr als 700 eingeschleusten Menschen in 74 Fällen aus. Die Tatverdächtigen sind alle Eritreer, wie die Staatsanwaltschaften Darmstadt, Frankfurt und Dortmund sowie die Bundespolizei und die Frankfurter Polizei am Dienstag mitteilten.

"Hinweise häufen sich, dass zwischenzeitlich mit Schleusungen mehr Geld verdient wird als mit dem Handel von Drogen", sagte der Präsident der Bundespolizei, Dieter Romann. Die Frankfurter Oberstaatsanwältin Doris Möller-Scheu sagte, im Falle einer Verurteilung wegen gewerbsmäßiger oder bandenmäßiger Schleusung drohten sechs Monate bis zehn Jahre Haft.

Rund 400 Bundespolizisten durchsuchten am frühen Dienstagmorgen im Rhein-Main-Gebiet und den Großräumen Dortmund und Hamburg insgesamt 25 Wohnungen und nahmen sieben Beschuldigte fest, darunter eine 25 Jahre alte Frau. Die Gesuchten ließen sich ohne Widerstand festnehmen, zu den Vorwürfen schweigen sie. Parallel dazu ging die Polizei auch in Italien gegen die Schleuserbande vor. Sie nahm auf Ersuchen der Staatsanwaltschaft Dortmund einen Mann fest, der mit Haftbefehl gesucht wurde. Seine Auslieferung wird beantragt.

Genau vor einer Woche hatten die deutschen Ermittler bereits zwei Verdächtige in Frankfurt festgenommen und fünf weitere Wohnungen durchsucht. Dabei wurde unter anderem eine geladene Pistole gefunden. Die beiden Männer wollten sich offenbar nach Kanada absetzen.

"Nachdem die Bundespolizei bereits am 2. Dezember (bei Berlin) einen eritreischen Schleuser festgenommen hatte, der für das Ertrinken von bis zu 244 Geschleusten auf dem Mittelmeer hauptverantwortlich sein soll, ist den Sicherheitskräften jetzt erneut ein bedeutender Schlag gegen ein organisiertes, europaweit agierendes eritreisches Schleusernetzwerk gelungen", sagte Romann. Den Festnahmen gingen rund ein Jahr andauernde Ermittlungen in Deutschland und Italien voraus.

Zwischen 700 und 800 Euro müssen die afrikanischen Flüchtlinge den Ermittlern zufolge allein für die Reise von Italien nach Deutschland bezahlen. Nach Skandinavien kostet es pro Kopf noch einmal 400 Euro mehr.

Das seit 1993 unabhängige Eritrea gehört zu den ärmsten Ländern der Welt. "Die innenpolitische, wirtschaftliche und soziale Lage in Eritrea wird seit Jahren in erster Linie durch den ungelösten Grenzkonflikt mit Äthiopien bestimmt", heißt es auf den Internetseiten des Auswärtigen Amtes. Folgen seien unter anderem die weitgehende Militarisierung der Gesellschaft und ein Zurückdrängen der Privatwirtschaft durch staatlich gelenkte Wirtschaftsunternehmen. Die Ausübung von Grundrechten ist danach "nicht oder nur extrem eingeschränkt möglich".

dpa

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