Volltextsuche über das Angebot:

12 ° / 1 ° wolkig

Navigation:
Neuer Themen-Rundgang am Unesco-Welterbe Kloster Lorsch

Geschichte Neuer Themen-Rundgang am Unesco-Welterbe Kloster Lorsch

Zum 1250-jährigen Jubiläum der Gründung ist das nur noch aus wenigen Gebäuden bestehende Kloster Lorsch erweitert worden. Besucher des Unesco-Weltkulturerbes sollen mit einem neuen Rundweg und durch Grundrisse einstiger Gebäude einen Eindruck von der Bedeutung und Größe des religiösen Zentrums im Mittelalter bekommen.

Voriger Artikel
19-Jähriger stirbt beim Schwimmen in Vöhl
Nächster Artikel
Luxuriöse Wohntürme wachsen in den Himmel

Das Kloster Lorsch wird erweitert.

Quelle: Fredrik von Erichsen/Archiv

Lorsch. "Die Anlage hat an Würde und Ausstrahlung gewonnen", sagte der Leiter der Welterbestätte, Hermann Schefers, am Samstag zum Festakt der Wiedereröffnung. Die Bauzeit dauerte drei Jahre. Investiert wurden mehr als zwölf Millionen Euro.

Das Kloster steht seit 1991 auf der Unesco-Welterbeliste und war die erste Welterbestätte in Hessen. Kunst- und Kulturminister Boris Rhein (CDU) bezeichnete Lorsch als eine "der ganz bedeutenden" Welterbestätten. "Das ist ein Ort, der Geschichte atmet."

Nun gibt es eine landschaftsarchitektonische Verbindung zwischen der Klostergründung Altenmünster und der später errichteten Benediktinerabtei auf dem 800 Meter entfernten Klosterhügel. "Das Gelände wurde durchsichtiger", sagte Schefers.

Die Anlage ist heute zu 90 Prozent ein sogenanntes Bodendenkmal. Nur drei Gebäude beziehungsweise Gebäudefragmente sind erhalten. Dazu gehört die Königshalle. Sie zählt zu den bedeutendsten Werken frühmittelalterlicher Baukunst in Deutschland.

Auf der drei Kilometer langen Themen-Route können sich Besucher auf die Spuren Karls des Großen (747-814) machen, der zur Weihe der Klosterkirche im Jahr 774 gekommen war. Durch die 30 Zentimeter hohen Grundrisse einstiger Gebäude ist nun "deren Verteilung auf dem Gelände besser zu erkennen", meinte Schefers. "Das Areal hat sich deutlich verändert."

Die Reformation bedeutete das Ende des Klosters. Die Anlage wurde dann im Dreißigjährigen Krieg (1618-1648) verwüstet. Im Laufe der Zeit wurden fast alle klösterlichen Gebäude abgebrochen.

In Lorsch ist am 14. September noch eine weitere Eröffnung geplant. Dann kommt der vier Hektar große karolingische Herrenhof Lauresham hinzu, ein "Freilichtlabor." Er zeigt das Leben einfacher Leute und Gutsherrenfamilien zu Zeiten Karls des Großen. Außerdem wird die Zehntscheune als archäologisches Schaudepot eröffnet. Dort werden Grabungsfunde aus der 800-jährigen Klostergeschichte gezeigt.

dpa

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Panorama

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr