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Nach Tod eines Disco-Gastes Haftstrafen für Türsteher

Prozesse Nach Tod eines Disco-Gastes Haftstrafen für Türsteher

Mit mehrjährigen Haftstrafen ist in Frankfurt der zweite Prozess um den gewaltsamen Tod eines Diskotheken-Gastes zu Ende gegangen. Das Landgericht sprach am Montag die höchste Strafe von sieben Jahren und neun Monaten gegen einen 38 Jahre alten ehemaligen Türsteher des Techno-Clubs "U60311" aus.

Frankfurt/Main. Sein sechs Jahre jüngerer Kollege erhielt sechs Jahre Haft. Beide wurden wegen Körperverletzung mit Todesfolge verurteilt.

Die beiden Türsteher hatten im April 2011 einen 31 Jahre alten Diskotheken-Gast ohne erkennbaren Anlass getreten und geschlagen, der Mann erlag wenige Tage später seinen Verletzungen. Die Tritte des 38-jährigen seien Ursache für die tödliche Verletzung, entschied das Gericht. Der dritte Angeklagte erhielt am Montag wegen seines jugendlichen Alters zum Zeitpunkt der Tat einen vierwöchigen Dauerarrest wegen Beihilfe zu gefährlicher Körperverletzung. Er hatte andere Disco-Gäste davon abgehalten, helfend einzugreifen.

Das Gericht fand keine gesicherten Anhaltspunkte dafür, dass die beiden Türsteher den Tod des Opfers billigend in Kauf genommen hatten. Sie waren davor nicht wegen Gewaltdelikten aufgefallen. Der Bundesgerichtshof hatte das erste Urteil in dem Fall gekippt. Im September 2012 waren die Männer noch wegen gemeinschaftlichen Totschlags zu zehneinhalb und neun Jahren Haft verurteilt worden.

Während die Staatsanwaltschaft in ihrem Schlussvortrag am Tatbestand des Totschlags festgehalten und Haftstrafen von zehn und acht Jahren gefordert hatte, wollten die Verteidiger Bewährungsstrafen. Sie erwägen nun, nochmals Revision beim Bundesgerichtshof einzulegen.

dpa

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