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Mehrere Jahre Haft wegen Totschlags an Grillhütte in Nordhessen

Prozesse Mehrere Jahre Haft wegen Totschlags an Grillhütte in Nordhessen

Weil drei Männer einen Familienvater an einer Grillhütte in Nordhessen getötet haben, hat das Landgericht Kassel sie zu Haftstrafen von sechs, acht und zwölf Jahren verurteilt.

Kassel. Die Richter sahen es am Donnerstag als erwiesen an, dass die 22, 28 und 36 Jahre alten Männer im Juli 2013 einen 38-Jährigen an die Grillhütte "Waldfrieden" in Hessisch Lichtenau gelockt und dort erschlagen haben. Der 28-Jährige (zwölf Jahre Haft) und der 22-Jährige (acht Jahre) wurden wegen Totschlags verurteilt, der 36-Jährige wegen Beihilfe zum Totschlag.

Als Motiv sah das Gericht, dass das spätere Opfer seine Frau nach Meinung des Haupttäters schlecht behandelt habe. "Der Angeklagte wollte mit dem Mann reden und ihn begraben", sagte der Vorsitzende Richter in Anspielung auf ein russisches Sprichwort, das nach Feststellung des Gerichts im Vorfeld der Tat gefallen war.

Die drei schmiedeten einen Plan: Einer lockte den Familienvater an die Grillhütte, der Haupttäter erschlug ihn mit einer Art Beil, das der Dritte zuvor besorgt hatte. Gründe für ein Mordmotiv seien aber nicht feststellbar gewesen, sagte der Vorsitzende Richter. Die Angeklagten hatten zwar zum Teil bei den Ermittlungen der Polizei widersprüchlich ausgesagt, im Prozess aber geschwiegen. Der Sachverhalt ergebe sich trotz aller Widrigkeiten aus einer Vielzahl von Bausteinen, sagte der Richter.

Das Gericht folgte damit weitgehend der Staatsanwaltschaft. Die Verteidiger dagegen hatten Freisprüche für die Angeklagten gefordert und zeigten sich nach dem Urteil unzufrieden. Sie kündigten an, Revision zu beantragen, über die der Bundesgerichtshof in Karlsruhe entscheiden muss. "Ich bin überrascht, wie aus Mutmaßungen Feststellungen wurden", sagte eine Anwältin.

dpa

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