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"Magier" soll mehr als 200 000 Euro ergaunert haben: Prozessauftakt

Prozesse "Magier" soll mehr als 200 000 Euro ergaunert haben: Prozessauftakt

Ein angeblicher Magier und Wahrsager aus Kassel soll mehr als 200 000 Euro von einer Frau ergaunert haben. Wegen 28 Fällen gewerbsmäßigen Wuchers sowie in einem Fall wegen Erpressung muss sich der 66-Jährige seit Mittwoch vor dem Amtsgericht Kassel verantworten.

Kassel. Zum ursprünglich geplanten Urteil kam es aber nicht, da die Verteidigung direkt zu Prozessbeginn zehn teils umfangreiche Anträge stellte. Daraufhin beraumte das Gericht sieben weitere Verhandlungstage an. Ein Urteil wird nun für den 27. Mai erwartet.

Der 66-Jährige hat laut Anklage von Juli 2008 bis August 2009 in einem Raum mit Kerzen "Rituale" mit dem Opfer durchgeführt. Die heute 56-Jährige hatte zuvor mehrere Schicksalsschläge erlitten - so starben innerhalb weniger Monate Vater, Großvater, Onkel und Cousin der Frau. Dies führte nach Angaben der Staatsanwaltschaft zu einem Mangel an Urteilsvermögen. Der Mann soll dies gezielt ausgenutzt haben, um sein Opfer auszunehmen.

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft hat die Frau in den 28 Fällen Beträge zwischen 800 Euro und 35 000 Euro an den "Lebensberater" gezahlt. "Die Beträge standen in keinem Verhältnis zu den erbrachten Leistungen", sagte der Staatsanwalt. Die Frau verkaufte sogar ein Wohnhausgrundstück, um den 66-Jährigen zu bezahlen.

Die Verteidigung will mit den Anträgen vor allem die Glaubwürdigkeit des Opfers untersuchen lassen. Die Geschädigte habe einem Gutachten zufolge eine schwere Persönlichkeitsstörung. "Ein aussagepsychologisches Gutachten soll die Glaubwürdigkeit der Frau auf den Prüfstand stellen", sagte der Verteidiger des Angeklagten. Mit den anderen neun Beweisanträgen sollen unter anderem weitere Zeugen geladen und Akten mit in die Verhandlung einbezogen werden.

dpa

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