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Lotto will Schwarze Liste gegen illegales Glücksspiel

Glücksspiele Lotto will Schwarze Liste gegen illegales Glücksspiel

"Glücksspiel kann süchtig machen" warnt das deutsche Lotto vor sich selbst. So ehrlich ist nicht jeder Anbieter, der sich auf dem Markt tummelt. Gegen schwarze Schafe könnte eine Schwarze Liste helfen, meint Lotto Deutschland. Die Telekommunikationsbranche sieht dabei aber erhebliche Probleme.

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Illegales Glücksspiel soll durch eine «Blacklist» verhindert werden. Foto: Ulrich Perrey/Archiv

Frankfurt/Main. Pokern im Hinterzimmer einer zwielichten Kneipe - dieses Bild vom illegalen Glücksspiel passt nicht mehr in die Zeit. Heute tummeln sich im Internet nach Darstellung des Deutschen Lotto- und Totoblocks (DLTB) zahlreiche ausländische Anbieter illegaler Glücksspiele - von Lotto über Poker bis zu Wetten. Meist zahlten Spieler ihren Einsatz per Kreditkarte - und hier sieht Lotto nach Angaben vom Mittwoch einen Ansatz, gegen das verbotene Zocken einzuschreiten.

Mit einer Schwarzen Liste könnte illegales Glücksspiel in Deutschland unterbunden werden, das weder die Gefahren der Spielsucht noch das Alter der Spieler berücksichtige, sagte Michael Burkert, Geschäftsführer der Saarland-Sporttoto GmbH, derzeit federführend bei Lotto, in Frankfurt. Auf dieser Liste sollten Anbieter illegaler Spiele stehen, Banken sollten Überweisungen von Spieleinsätzen an diese Firmen unterlassen. Datenschutzrechtlich sei dieses Vorgehen, das Fachleute "Payment Blocking" (deutsch: Zahlungsblockierung) nennen, nach dem Ergebnis eines neuen Gutachtens kein Problem.

Hunderte Millionen Euro an Steuern gingen Deutschland verloren, weil gegen die zahlreichen illegalen Spielangebote nichts unternommen werde, kritisierte Burkert. In Deutschland werde jährlich ein Umsatz von 11,3 Milliarden Euro mit Glücksspiel erzielt, davon 1,7 Milliarden Euro ohne staatliche Regulierung.

"Eine Lösung ist möglich", sagte Karsten Neumann, ehemaliger Datenschutzbeauftragter des Landes Mecklenburg-Vorpommern, der im Auftrag von Lotto ein Gutachten zu datenschutzrechtlichen Fragen angefertigt hat. Die deutschen Aufsichtsbehörden hätten keine Möglichkeit, gegen die Firmen im Ausland vorzugehen, aber sie könnten die Banken verpflichten, Überweisungen nicht vorzunehmen. Dem Spieler entstünde außer der entgangenen Spielmöglichkeit kein Schaden.

Der Deutsche Verband für Telekommunikation und Medien (DVTM), ein Zusammenschluss von rund 50 Unternehmen der Telekommunikationsbranche mit Sitz in Düsseldorf, sieht Datenschutzprobleme in dem Gutachten von Neumann nicht ausgeräumt: Wenn Zahlungen blockiert werden sollten, müssten unter anderem Daten über Spieler, Anbieter oder Art des Spiels erfasst werden. Zur Klärung offener Fragen solle es eine öffentliche Anhörung geben, verlangte der Verband.

dpa

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