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Lewentz: Sechsspuriger Ausbau der A643 kommt auch in Rheinland-Pfalz

Verkehr Lewentz: Sechsspuriger Ausbau der A643 kommt auch in Rheinland-Pfalz

Rheinland-Pfalz ist beim Bund mit einem Kompromissvorschlag gescheitert, den durchgehend sechsspurigen Ausbau der Schiersteiner Brücke zwischen Mainz und Wiesbaden doch noch zu verhindern.

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Die gesperrte Schiersteiner Brücke.

Quelle: Boris Roessler/Archiv

Wiesbaden/Mainz. Anders als Hessen wollte die rot-grüne Landesregierung in Mainz die Autobahn 643 auf ihrer Seite wegen eines Naturschutzgebietes auf vier Spuren plus Standstreifen bei Bedarf beschränken.

Der Bund habe sich aber nun auf sechs Spuren von der Schiersteiner Brücke bis zur Anschlussstelle Mainz-Gonsenheim festgelegt, sagte der rheinland-pfälzische Verkehrsminister Roger Lewentz am Montag. Erst vergangene Woche sei ein Kompromissvorschlag zurückgewiesen worden. Die bisherige Brücke ist derzeit nach einem Bauunfall gesperrt, daneben entsteht schon der Neubau.

"Es war geplant, diese Autobahn so zu bauen, dass wir den Weg des geringsten Klagerisikos gehen können", sagte Lewentz. Jetzt aber seien Klagen von Naturschützern sehr wahrscheinlich. Der Autobahnausbau war auch Teil der Koalitionsverhandlungen von SPD und Grünen im Land. "Der Koalitionsvertrag hat festgelegt, dass wir einen Kompromissvorschlag unterbreiten sollen, der es schafft, das Prozessrisiko, das Klagerisiko zu minimieren. Den können wir jetzt nicht mehr aufrechterhalten", sagte Lewentz.

Auch Grünen-Landtagsfraktionschef Daniel Köbler befürchtet nun eine Bauverzögerung und Mehrkosten in zweistelliger Millionenhöhe. SPD-Fraktionschef Alexander Schweitzer sieht keine Alternative zur Vorgabe des Bundes.

Lewentz sagte, er habe dem Bund vergeblich vorgeschlagen, die Fahrbahn erst zwischen den Anschlussstellen Mainz-Mombach und Mainz-Gonsenheim auf vier Spuren zu verengen. Die Weisung des Bundes sieht aber den sechsspurigen Ausbau bis hinauf nach Gonsenheim vor. Der dortige sogenannte Mainzer Sand gilt als ökologisch besonders wertvoll.

Bei einem "Mobilitätsforum Rheinland-Pfalz" der CDU-Opposition im Mainzer Landtag forderte die Vorsitzende Julia Klöckner Umschichtungen im Landeshaushalt, um das Straßennetz überhaupt erhalten zu können. Dafür könne etwa auf die Energieagentur und den geplanten Nationalpark verzichtet werden. Die Schiersteiner Brücke ist allerdings ein Bundesprojekt.

Die alte Schiersteiner Brücke ist seit fast zwei Wochen gesperrt. Auf der Verlängerung auf Mainzer Seite hatte sich die Fahrbahn gesenkt, nachdem bei Bauarbeiten ein Lager aus einem Pfeiler herausgebrochen war. Seitdem wird das westliche Rhein-Main-Gebiet vor allem im Berufsverkehr von Staus geplagt. Frühstens Ende März kann die Brücke den bisherigen Einschätzungen zufolge für Autos freigegeben werden.

Am Montagmorgen lief es zwar vielerorts wieder zäh, das befürchtete große Verkehrschaos nach der Fastnachtswoche blieb laut Polizei allerdings aus. "Wir haben festgestellt, dass viele Leute schon früher losgefahren sind", sagte ein Polizeisprecher in Mainz. Dadurch habe es weniger Probleme im Berufsverkehr gegeben. Zudem hätten die Rheinfähren wieder viele Autos übersetzt.

dpa

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