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Auszeichnungen

Lebensretter für Bruder: Neunjähriger erhält Auszeichnung

Die spektakuläre Rettungsaktion sorgte bundesweit für Schlagzeilen. Ein Zweijähriger fällt in einen Pool und wird von seinem sieben Jahre älteren Bruder wiederbelebt. Für diese Aktion gibt es nun einen Preis.
Der neunjährige Markus Rud (l) und der Rettungsassistent Markus Seebold.

Der neunjährige Markus Rud (l) und der Rettungsassistent Markus Seebold.

© Daniel Bockwoldt

Hamburg/Korbach. Eigentlich hatte sich der kleine Rudi nur vor dem Windelwechseln drücken wollen. Doch dann fiel der Zweijährige an jenem Samstagnachmittag im nordhessischen Korbach in den Familienpool im Garten und drohte zu ertrinken. Dank seines älteren Bruders Markus und eines Rettungsassistenten in der Leitstelle, der telefonisch die Reanimation anleitete, überstand Rudi das Unglück unbeschadet.

Für die ungewöhnliche Rettungsaktion sind der neunjährige Markus Rud und Rettungsassistent Michael Seebold am Donnerstag in Hamburg mit dem Nivea-Preis für Lebensretter ausgezeichnet worden. Die mit 1500 Euro dotierte Auszeichnung wird vom Unternehmen Beiersdorf AG und der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) verliehen.

Der zweijährige Rudolf, genannt Rudi, war am 3. September in den Pool gefallen und hatte das Bewusstsein verloren. Sein älterer Bruder Markus und seine Oma zogen ihn heraus. Der Neunjährige setzte den Notruf ab, weil seine russischstämmige Großmutter nur schlecht Deutsch spricht.

"Er mag keine Windeln, und dann ist er halt weggerannt", berichtet der neunjährige Markus über die dramatischen Momente am 3. September. Während die Oma Windeln holte, flitzte Rudi in den Garten. Was dann passierte und warum der Kleine in den Pool fiel, hat niemand beobachtet. "Wir glauben, dass sein Kuscheltier runtergefallen ist, dann wollte er es holen uns ist auch reingefallen", sagt Markus.

Rettungsassistent Seebold erinnert sich, dass der Anruf kurz vor Feierabend kam. "Markus war sehr aufgeregt, dann habe ich versucht, ihn zu beruhigen." Er habe sofort Retter losgeschickt. "Und dann habe ich gesagt: "Ich bleibe jetzt bei Dir und helfe Dir jetzt, Deinem Bruder zu helfen."

Die telefonischen Anweisungen - stabile Seitenlage, Nase zuhalten, in den Mund pusten - halfen. Als der Notarzt im Haus der Familie eintraf, atmete Rudi schon wieder. Die Eltern der Jungen waren zum Zeitpunkt des Unglücks auf der Arbeit.

Olga und Eugen Rud eilten sofort nach Hause. Noch ein Zufall: Der Notarzt am Unglücksort ist der Chef von Mutter Olga, die als Arzthelferin arbeitet. Deswegen habe er sich im Haus der Familie ausgekannt, sagt sie. "Da sind zehn Schutzengel zusammengekommen." Sie sei sehr stolz auf ihren Sohn Markus.

Sehr gut gehe es seinem Bruder wieder, sagt Markus. Wie ein Held fühle er sich nicht, sondern "eigentlich normal", sagt er ganz bescheiden. "Ich habe nur gehandelt, nicht gedacht." Die Familie Rud und den Rettungsassistenten Seebold verbindet inzwischen eine Freundschaft, wie sie vor der Preisverleihung berichten.

Und der Pool? Den gibt es nicht mehr, er sei schon mit Erde zugeschüttet, sagt Mutter Olga Rud. "Da wird ein Riesensandkasten draus gemacht."

dpa


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