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Kriminologe: Kino-Geiselnahme eventuell provozierter Suizid

Kriminalität Kriminologe: Kino-Geiselnahme eventuell provozierter Suizid

Der Geiselnehmer aus dem Viernheimer Kino hat nach Einschätzung eines Kriminalpsychologen möglicherweise die Polizei zu dem Todesschuss zwingen wollen. Das in den USA "Suicide by cop" (Suizid durch Polizei) genannte Vorgehen sei ein mögliches Motiv, sagte Kriminalpsychologe Rudolf Egg am Freitag der Deutschen Presse-Agentur.

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Geiselnahme Viernheim.

Quelle: Andreas Arnold

Wiesbaden/Viernheim. "Wenn jemand bewaffnet in einem Kino um sich schießt, muss er damit rechnen, dass dies als Terrorgefahr gewertet wird und er von einem hochgerüsteten Einsatzkommando bekämpft wird." Dies könne ein Teil des Plans des Täters gewesen sein. Dafür spreche, dass der Mann keine Forderungen gestellt und niemanden persönlich bedroht habe. Ähnliches sei von bestimmten Amokläufern an Schulen bekannt.

"Er hat bei dieser Demonstration von Macht und Gewalt im Stil eines Terroraktes die Tötung durch die Polizei in Kauf genommen oder möglicherweise sogar beabsichtigt", sagte Egg. Allerdings seien viele wesentliche Fragen noch offen, etwa ob der Täter in psychiatrischer Behandlung war und ob er der Polizei schon früher wegen Gewalt- oder anderer Straftaten aufgefallen war.

Der Kriminologe und Psychologe Egg war mehrere Jahre Direktor der Kriminologischen Zentralstelle des Bundes und der Länder in Wiesbaden. Er stand auch einige Jahre der Stiftung Deutsches Forum für Kriminalprävention vor.

dpa

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