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Kranke Frau muss nach Kissen-Angriff nicht in Psychiatrie

Prozesse Kranke Frau muss nach Kissen-Angriff nicht in Psychiatrie

Eine demenzkranke 87-Jährige hat versucht, ihren Mann zu töten. Die Frau muss deswegen vorerst aber nicht in einer psychiatrischen Anstalt leben. Das entschied das Landgericht Gießen am Montag.

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Schild am Landgericht in Gießen.

Quelle: Marius Becker/Archiv

Gießen. Die Richter waren nach Angaben eines Sprechers überzeugt, dass die Frau ihrem Mann in einem Seniorenheim im mittelhessischen Langgöns ein Kissen aufs Gesicht gedrückt hatte. Beide wohnten zum Tatzeitpunkt im vergangenen März zusammen in der Einrichtung. Der Mann überlebte, weil Pfleger rechtzeitig einschritten.

Die Frau ist wegen ihrer Erkrankung allerdings nicht schuldfähig. Daher musste das Gericht nicht über eine mögliche Haftstrafe entscheiden, sondern ob die Frau dauerhaft in eine Psychiatrie kommt. Das bejahten die Richter zwar - setzten den Unterbringungsbeschluss aber zur Bewährung aus. Voraussetzung ist, dass die Seniorin in einem Einzelzimmer in einer betreuten Einrichtung wohnt.

Die Staatsanwaltschaft war ursprünglich von versuchtem Mord ausgegangen. Am Ende lautete der Vorwurf auf versuchter Totschlag. Das Gericht habe keine Mordmerkmale festgestellt, berichtete der Sprecher.

dpa

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