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Kindesmissbrauch: Ex-Mitarbeiter von Grünen-Politiker auf Anklagebank

Prozesse Kindesmissbrauch: Ex-Mitarbeiter von Grünen-Politiker auf Anklagebank

Wegen jahrelangen sexuellen Missbrauchs von Kindern muss sich ein früherer Mitarbeiter des Grünen-Bundestagsabgeordneten Tom Koenigs vor Gericht verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Angeklagten vor, drei Mädchen und einen Jungen missbraucht zu haben - Tatort soll auch das Wahlkreisbüro in Gießen gewesen sein.

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Der Angeklagte soll Kinder jahrelang missbraucht haben.

Quelle: Arne Dedert

Gießen. Zu Beginn des Prozesses am Montag vor dem Landgericht Gießen machte der 61-Jährige zunächst keine Angaben.

Die Staatsanwaltschaft geht von 130 Taten zwischen Sommer 2008 und Sommer 2013 aus, darunter 110 Missbrauchsfälle. Die mutmaßlichen Opfer waren laut Anklage zu Beginn der Vorfälle noch im Grundschulalter und lebten in der Nachbarschaft des 61-Jährigen. Zudem soll er Kinderpornos besessen und mit Minderjährigen Marihuana geraucht und es ihnen überlassen haben.

Der Fall war im vergangenen Oktober ins Rollen gekommen. Koenigs hatte einen anonymen Brief mit Vorwürfen gegen seinen damaligen Mitarbeiter erhalten und das Schreiben der Polizei übergeben. Zudem erstatteten Eltern Anzeige. Er sei von den Vorwürfen "schockiert und völlig überrascht", hatte der Bundespolitiker mitgeteilt.

Ermittler stellten bei Durchsuchungen im Wahlkreisbüro, das der Angeklagte leitete, und in dessen Haus unter anderem Sexspielzeug sowie Computer sicher. Darauf seien auch kinderpornografische Daten gefunden worden, berichteten Kriminalbeamte am Montag.

Seit Oktober sitzt der Angeklagte in Untersuchungshaft und schweigt zu den Vorwürfen. Er war bis dahin auch in der Kommunalpolitik aktiv und saß für die Grünen im Kreistag, wurde aber im vergangenen November aus der Fraktion ausgeschlossen.

Der Prozess läuft voraussichtlich noch bis Juli. Dabei wird es auch um die Frage einer möglichen Sicherungsverwahrung des Angeklagten gehen - aus Sicht der Staatsanwaltschaft kommt die Anordnung in Betracht. Die Verhandlung wird kommenden Montag fortgesetzt. Dann sollen auch die mutmaßlichen Opfer aussagen, voraussichtlich aber unter Ausschluss der Öffentlichkeit.

dpa

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