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Keine Strafe für Drogenschmugglerin

Prozesse Keine Strafe für Drogenschmugglerin

Obwohl sie mit einem Koffer mit sechs Kilogramm Kokain auf dem Frankfurter Flughafen aufgegriffen worden ist, ist eine 48-Jährige vor Gericht ohne Strafe davongekommen.

Frankfurt/Main. Die Strafkammer am Landgericht Frankfurt stellte am Mittwoch das Verfahren ein, weil der Angeklagten nicht nachgewiesen werden konnte, dass sie vom Inhalt des Koffers Kenntnis hatte.

Die offenbar recht naive Lebensberaterin war im Internet Betrügern aufgesessen, die ihr weisgemacht hatten, in London warte der Präsident eines afrikanischen Landes mit 1,5 Millionen Euro auf sie. Das Geld stamme aus einem Gewinnspiel. Voraussetzung für die Auszahlung sei allerdings die Mitnahme eines Koffers mit Dokumenten für den Afrikaner, der in Sao Paulo auf sie warte. Statt der Dokumente war allerdings das Rauschgift in dem Gepäckstück.

"Die Angeklagte war des festen Glaubens, sie würde in London auf den reichen Politiker treffen", sagte der Vorsitzende Richter. Wenn jemand allerdings "festen Glaubens" sei, könne er auch nicht wegen Fahrlässigkeit verurteilt werden.

Die Staatsanwaltschaft hatte den sehr selten vorkommenden Tatbestand des fahrlässigen Rauschgifttransports angeklagt, sich schließlich aber mit der Einstellung des Verfahrens einverstanden erklärt.

dpa

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