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Käßmann: Den Tod mehr ins Leben holen

Gesundheit Käßmann: Den Tod mehr ins Leben holen

Margot Käßmann, ehemalige Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, würde gern "den Tod wieder mehr ins Leben holen". Beim Deutschen Schmerz- und Palliativtag schlug sie am Donnerstag vor, "am Frühstückstisch darüber zu sprechen: Wie will ich sterben".

Frankfurt/Main. In vielen Familien seien solche Gespräche tabu. "Bei Trauergesprächen macht es mich immer fassungslos, dass die Menschen so sprachlos sind", sagte die Pfarrerin in Frankfurt.

Bewährte Trauerrituale kämen den Menschen abhanden: In Todesanzeigen stehe "Die Beisetzung hat im engsten Familienkreis stattgefunden" oder "Von Beileidsbekundungen am Grab bitten wir Abstand zu nehmen". Käßmann hält das für falsch. "Es sind diese Rituale, die den Menschen Halt geben und sie aus der Einsamkeit herausholen."

Im Krankenhaus werde nicht genug getan, um Sterbenden beizustehen. In jeder Klinik müsse es einen Abschiedsraum geben. Pflegekräfte müssten so bezahlt werden, "dass auch zwei Stunden die Hand halten bei Sterben honoriert wird". Käßmann hatte auf dem Kongress, der noch bis Samstag dauert, einen Vortrag gehalten zum Thema "Schmerz und Tod in Luthers Weltbild und was wir daraus lernen können". "Schmerz ist keine Strafe Gottes", sagte sie. Es gebe aus theologischer Sicht keinen "Tun-Ergehens-Zusammenhang".

dpa

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