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Iran ruft zu Protest gegen Rushdie auf

Literatur Iran ruft zu Protest gegen Rushdie auf

Teheran (dpa) – Der Iran hat zu Protestaktionen gegen den Auftritt des Schriftstellers Salman Rushdie als Gastredner bei der Frankfurter Buchmesse aufgerufen. "Wir sind sicher, dass muslimische Verleger ihrer Verantwortung diesbezüglich bewusst sind und dementsprechend auch gegen diesen Auftritt protestieren werden", sagte Vizekultusminister Abbas Salehi am Dienstag der Nachrichtenagentur IRNA.

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Rushdie ist im Iran umstritten.

Quelle: Arne Dedert

Auch Kultusminister Ali Dschannati hatte in einem Schreiben 50 muslimische Amtskollegen dazu aufgefordert, gegen den Auftritt von Rushdie bei der Buchmesse zu protestieren.

Laut iranischem Kultusministerium ist Rushdie wegen seiner "islam-beleidigenden Bücher" in der islamischen Welt verhasst. Auch sein neues Buch richte sich indirekt gegen religiöse Werte und Überzeugungen, so das Ministerium.

In seinem neuesten Buch "Zwei Jahre, acht Monate und achtundzwanzig Nächte" befasst sich Rushdie mit religiösem Fanatismus und der Frage, was Geschichtenerzählen dagegen ausrichten kann.

Der indisch-britische Autor Rushdie war 1989 mit einer "Fatwa" belegt worden. Radikale Muslime hatten seinen Roman "Die satanischen Verse" als gotteslästerlich empfunden. Der damalige oberste Führer im Iran, Ajatollah Khomeini, verhängte daraufhin ein Todesurteil gegen ihn.

Erst Jahre später sorgte der reformorientierte Präsident Mohammed Chatami für Entspannung. Er sagte, im Islam stehe auf Gotteslästerung zwar die Todesstrafe, aber der Iran werde die Fatwa nicht ausführen.

dpa

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