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Innenminister will im Kampf gegen Raser mehr Kontrollen auf Straßen

Unfälle Innenminister will im Kampf gegen Raser mehr Kontrollen auf Straßen

Notorische Raser gelten als Hauptverursacher schwerer Verkehrsunfälle. Hessens Innenminister Peter Beuth (CDU) will deshalb mit mehr Kontrollen gegen sie vorgehen.

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Eine moderne Blitzer-Anlage in Form einer Säule.

Quelle: N. Armer/Archiv

Wiesbaden. "Geschwindigkeitsvergehen sind kein Kavaliersdelikt", sagte der Minister am Freitag in Wiesbaden. Oft werde bewusst gegen die Tempolimits verstoßen. Die Geschwindigkeit entscheide oft über Leben und Tod auf den Straßen. "Wir brauchen eine Steigerung der Verkehrsmoral im Land", forderte Beuth.

Im vergangenen Jahr gab es insgesamt 131 597 Verkehrsunfälle in Hessen, 1,6 Prozent weniger als im Vorjahr. Bei den Unfällen mit Verletzten und Getöteten fiel der Rückgang noch stärker aus: Die Zahl sank um 5,3 Prozent auf 20 557 Unfälle. 215 Menschen starben auf Hessens Straßen, das waren nach Angaben des Innenministers 64 weniger als im Jahr zuvor. Hauptursache für die Unfälle sei überhöhte Geschwindigkeit gewesen.

In 65 Prozent der Fälle krachte es nach den Worten des Innenministers innerorts, in 24 Prozent auf Landstraßen und in 11 Prozent auf Autobahnen. Obwohl sich nur rund ein Viertel der Verkehrsunfälle auf Landstraßen ereigneten, passiere dort laut Beuth die Hälfte der tödlichen Unfälle. "Das Risiko, bei einem Verkehrsunfall tödlich zu verunglücken, war im Jahr 2013 auf hessischen Landstraßen etwa viermal so hoch wie auf anderen Straßen", erklärte der Minister.

Die Entwicklung bei der Verkehrsunfallstatistik gehe zwar insgesamt in die richtige Richtung, resümierte Beuth. Um vor allem die Zahl der schweren Unfälle mit Schwerverletzten und Toten weiter zu reduzieren, werde die Polizei aber konsequent gegen Raser als Hauptunfallursache mit mobilen Kontrollen und an Unfallschwerpunkten vorgehen.

Die Regierungsfraktionen von CDU und Grünen stellten sich hinter die Ankündigung des Innenministers, Temposünder stärker zu überwachen. "Selbstverständlich unterstützen wir alles, was die Politik unternimmt, um Unfälle zu verhindern", erklärte der Innenexperte der Grünen, Jürgen Frömmrich. Rücksichtslose Fahrweisen, aggressives Verhalten am Steuer und Regelüberschreitungen seien immer häufiger zu beobachten.

Nach Einschätzung von Ulrich Caspar von der CDU können Unfallschwerpunkte auch durch die Erneuerung und den Ausbau von Straßen, Kreisverkehren oder Ortsdurchfahrten gezielt entschärft werden. Auch über eine intelligente Verkehrssteuerung mit der temporären Freigabe von Seitenstreifen oder mit Verkehrsleitsystemen werde die Sicherheit auf den Straßen verbessert. Laufende Vorhaben des Projektes "Mobiles Hessen 2020" werde die Regierung deshalb fortsetzen und weiterentwicklen.

Die FDP reklamierte die guten Zahlen der Statistik als Erfolg der früheren schwarz-gelben Koalition. "Während die Grünen immer nur nach einem generellen und wirkungslosen Tempolimit auf Autobahnen gerufen haben, haben wir konsequent Straßen durch Sanierung, Verkehrsleitung und angemessene Beschränkungen sicherer gemacht", erklärte der Verkehrsexperte der Liberalen, Jürgen Lenders.

dpa

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