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Hessische Jugendämter suchen dringend Pflegefamilien

Soziales Hessische Jugendämter suchen dringend Pflegefamilien

In Hessen werden dringend Pflegefamilien für schwer geschädigte und misshandelte Kinder gesucht. 2013 seien landesweit 3700 Kinder von Jugendämtern aus ihren Familien geholt worden, allein in Frankfurt 510, sagte Claudia Tull vom städtischen Jugendamt am Dienstag.

Frankfurt. Gründe seien Überforderung der leiblichen Eltern, Vernachlässigung, Misshandlung oder sexuelle Übergriffe. Die Zahl der schwer geschädigten Kinder steige - auch weil zunächst Versuche gemacht würden, die Situation in den Familien zu verbessern. So vergehe in vielen Fällen Zeit, in der die Schäden noch schlimmer werden.

Nur für 18 Prozent der Kinder, die zu ihrem Schutz aus ihren Familien geholt werden, seien 2013 geeignete Pflegefamilien gefunden worden, sagte Tull. Die übrigen wurden in Heimen oder Wohngruppen untergebracht. Vor allem für kleine Kinder böten Familien aber die besseren Entwicklungschancen. Weil es in Frankfurt so wenige Pflegefamilien gibt, nehmen Familien in ganz Deutschland Kinder auf - "von Aurich bis zum Bodensee", sagte Tull.

Bei der Suche nach Familien für besonders schwierige Fälle arbeiten die hessischen Jugendämter mit Vitos Kalmenhof zusammen, einem Tochterunternehmen des Landeswohlfahrtverbandes. Fast 300 Kinder würden derzeit in 187 pädagogisch besonders qualifizierten Familien in Hessen betreut, sagte Ulrike Bender von Vitos Kalmenhof. In diesen Fällen arbeiten die Familien und Vitos-Experten eng zusammen. Als Pflegefamilien eigneten sich Paare, auch gleichgeschlechtliche, die wirtschaftlich unabhängig und gesund seien und ein polizeiliches Führungszeugnis vorlegen. Als Pflegegeld erhalten sie 1300 bis 1500 Euro monatlich.

dpa

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