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Hessens Städte auf Wachstumskurs

Kommunen Hessens Städte auf Wachstumskurs

Das urbane Leben lockt weiterhin viele Menschen an. Die Entwicklung bringt ihre Herausforderungen mit sich - nicht nur für die Städte.

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Blick vom Ludwigsplatz auf die Innenstadt von Gießen.

Quelle: Arne Dedert/Archiv

Frankfurt/Main. Viele Städte in Hessen wachsen, und das nicht nur im Rhein-Main-Gebiet. "Was wir beobachten können, ist, dass tendenziell die größeren und wirtschaftsstärkeren Städte eine dynamische Entwicklung haben", sagte Tobias Koch, Projektleiter beim Forschungsinstitut Prognos. Ein Bevölkerungsplus haben nach seinen Angaben aber auch kleinere Kommunen mit urbanen Strukturen und guten Verkehrsanbindungen insbesondere an die Bahn. So verzeichnet beispielsweise die mittelhessische Universitätsstadt Gießen seit einigen Jahren steigende Einwohnerzahlen.

Hinein in die Städte - das sieht der Geschäftsführende Direktor des Hessischen Städte- und Gemeindebundes, Karl-Christian Schelzke, auch mit Sorge: "Ich halte das für eine problematische Entwicklung." Und zwar sowohl für die Städte als auch für den ländlichen Raum, erläuterte Schelzke. Die Kommunen auf dem Land würden ausgedünnt und die Städte müssten den Bevölkerungszuwachs erst einmal verkraften. Mehr Kitas seien nötig, Wohnungen und andere Einrichtungen der Infrastruktur. Besser wäre es, wenn sich die Bevölkerung verteile, auch aufs Land. Das sei zudem eine Chance, um Flüchtlinge zu integrieren. "Es müsste eine Allianz geben von Stadt und Land", sagte Schelzke. "Sie brauchen sich gegenseitig."

Der Geschäftsführende Direktor des Hessischen Städtetags, Stephan Gieseler, sagte: "Es gibt keine einzige Stadt, die über Wachstum unglücklich wäre." Auch wenn es natürlich eine Herausforderung sei, genügend Kitas oder bezahlbare Wohnungen zu schaffen. Eine Patentlösung für alle gebe es dabei nicht: "Jede Kommune muss für sich Wege finden, wie sie ihr Wachstum organisiert."

Ein Bevölkerungsplus gibt es vor allem im Rhein-Main-Gebiet: Hessens größte Stadt Frankfurt verzeichnete nach Angaben des Statistischen Landesamtes seit Ende 2011 ein Wachstum von 7,1 Prozent, das benachbarte Offenbach eines von 6,1 Prozent.

In Mittelhessen zieht es die Menschen nach Gießen: 2005 waren dort fast 72 000 Bürger gemeldet, derzeit sind es etwa 83 000. Zwar registrieren auch einige Städte in Nord- und Osthessen Zuwächse. Dort merken die Kommunen allerdings auch besonders den demografischen Wandel und den Bevölkerungsschwund.

dpa

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