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Hessens Kliniken beklagen Investitionsstau

Gesundheit Hessens Kliniken beklagen Investitionsstau

Wie geht es den hessischen Kliniken - da gehen die Meinungen weit auseinander. Die Krankenhausgesellschaft fordert vom Land mehr finanzielle Unterstützung. Der Minister ist irritiert, weil Hessen sich doch schon so intensiv engagiere.

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Hessens Krankenhäuser beklagen einen Investitionsstau.

Quelle: Arne Dedert/Archiv

Hanau. Hessens Krankenhäuser leiden nach eigener Aussage unter einem Investitionsstau. Jedes Jahr fehlten rund 150 Millionen Euro vom Land für die Infrastruktur der Kliniken, kritisiert die Hessische Krankenhausgesellschaft (HKG) vor ihrem Verbandstag am Mittwoch in Hanau. Geld fehle etwa für Baumaßnahmen und die Modernisierung von OP-Sälen und Bettenhäusern, sagte HKG-Sprecher Hans Ditzel der Deutschen Presse-Agentur.

Den rund 170 Krankenhäusern gehe es insgesamt betrachtet nicht gut. Die Kliniken litten unter Finanzproblemen, weil die Kosten höher seien als die Leistungsvergütungen. "Da geht die Schere weit auseinander", sagte Ditzel. Das Problem sei seit langem bekannt.

Hessens Sozialminister Stefan Grüttner (CDU) nannte die Forderung nach zusätzlichen Finanzmitteln "unbegreiflich". Hessen verrichte bereits deutschlandweit einmalige Kraftanstrengungen, um die Kliniken zu unterstützen. In diesem Jahr würden mehr als 400 Millionen Euro in Baumaßnahmen und Medizintechnik investiert, mehr als je zuvor.

Die Hessische Krankenhausgesellschaft kritisierte, dass der beklagte Investitionsstau auch nicht durch die vor kurzem im Bundestag verabschiedete Strukturreform gelöst worden sei.

Das Gesetz sieht vor, dass es künftig für besonders gute Leistungen bei Operationen und Patientenversorgung Zuschläge geben soll, bei schlechten Leistungen Abschläge. Krankenhäuser, die durch anhaltend schlechte Qualität auffallen, laufen Gefahr, dass einzelne Abteilungen oder sogar das ganze Haus geschlossen werden. "Qualität ist gut und richtig. Aber wir brauchen auch Geld und Personal, um Qualität leisten zu können", sagte Ditzel. Insgesamt könne die HKG aber mit dem Gesetz leben.

Minister Grüttner forderte die hessischen Krankenhäuser auf, sich auf notwendige Strukturänderungen zu konzentrieren. Es gelte nun, Qualität statt Fallzahlsteigerung zum Maßstab der eigenen Strategien zu machen. Außerdem seien Kliniken mehr denn je gefordert, sich in Verbundstrukturen zu begeben, um gestiegene Qualitätsanforderungen zu erfüllen.

Grüttner sagte, dass durch die Krankenhausreform die Betriebskostenfinanzierung verbessert werde und die Pflege gestärkt werde. "Wir haben nun den Grundstein dafür gelegt, den Patientennutzen zum Maßstab der Gesundheitspolitik zu machen." Die Patienten erhielten größere Transparenz darüber, was in den Kliniken passiere. Die Qualität der Leistungen steht bei Vergütung und Krankenhausplanung nun stärker im Vordergrund. Mit der Krankenhausreform seien alle wesentlichen Punkte umgesetzt worden.

dpa

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