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Brauchtum

Halloween-Warnungen der hessischen Polizei

An Halloween gibt es "Süßes oder Saures". Doch wer Streiche spielt, muss die Grenzen kennen, betont die Polizei gerade mit Blick auf Grusel-Clowns. Diese missbrauchen das positive Image einer fröhlichen Figur, meint ein Experte.
Gefeiert wird Halloween am 31. Oktober, dem Vorabend von Allerheiligen.

Gefeiert wird Halloween am 31. Oktober, dem Vorabend von Allerheiligen.

© Patrick Seeger/Archiv

Wiesbaden/Gießen/Offenbach. Nach den zahlreichen Vorfällen mit Grusel-Clowns warnt die Polizei davor, Scherze am bevorstehenden Halloweenabend (Montag) zu übertreiben. Bei Clowns, die andere Menschen in Angst und Schrecken versetzten, höre der Spaß auf. Aus den bösen Streichen könne schnell eine Straftat werden.

An Halloween seien die Beamten wegen der vielen Menschen auf den Straßen jedes Jahr besonders aufmerksam, sagte ein Sprecher des Landeskriminalamtes in Wiesbaden. Es gebe aber keinen Grund zur Sorge. Wem doch ein gruseliger oder bedrohlicher Clown begegne, der solle um Hilfe rufen, sich entfernen und den Notruf 110 wählen.

In den vergangen Tagen trieben auch in Hessen Grusel-Clowns ihr Unwesen. In Kassel etwa wurde kürzlich ein Jugendlicher beinahe von einem Auto angefahren, nachdem er von einem "Horror-Clown" verfolgt worden war. Hessens Innenminister Peter Beuth (CDU) kündigte eine strafrechtliche Verfolgung an, wenn diese Clowns andere Menschen erschrecken und bedrohen.

Nach Ansicht eines Clown-Ausbilders missbrauchen diese das eigentliche Wesen der als Spaßmacher gedachten Figur. "Das positive Image des fröhlichen, liebevollen Clowns wird durch Angst und Schrecken ersetzt", sagte der Akademiedirektor der Clownschule in Hofheim, Michael Stuhlmiller, der Deutschen Presse-Agentur. Auch äußerlich habe das Bild nichts mit dem des tatsächlichen Clowns zu tun. "Wir echten Clowns laufen kaum noch mit bunten Anzügen und voll geschminkt herum. Das Kostüm kennen wir meist nur noch von Fasching." Dass die Grusel-Variante dem traditionellen Clown etwas anhaben kann, glaubt Stuhlmiller nicht: "Der Clown hält das aus."

Auch unabhängig von den Grusel-Clowns rät die hessische Polizei generell zu maßvollen Streichen an Halloween. "Nicht alles, was Spaß macht, ist auch erlaubt", heißt es bei der Polizei in Wiesbaden. Wer Hauswände mit Eiern bewerfe, Pflanzen herausreiße oder Autos beschmiere, müsse mit einer Anzeige rechnen. In den vergangenen Jahren seien wegen der Reinigung von Fassaden hohe Kosten entstanden. Das Landeskriminalamt empfiehlt Eltern, zu überprüfen, was ihre Kinder mitnehmen, wenn sie verkleidet auf die Straße gehen und nach "Süßem oder Saurem" fragen.

In Offenbach sieht die Polizei dem Abend gelassen entgegen. "Mit Halloweenscherzen haben wir inzwischen Erfahrung", sagt eine Sprecherin. "Die Leute sollen auch ihren Spaß haben dürfen".

Gefeiert wird Halloween am 31. Oktober, dem Vorabend von Allerheiligen. In den USA organisieren die Menschen Umzüge, gruseligen Schabernack und Partys. Auch in Deutschland ziehen inzwischen viele verkleidete Kinder durch die Straßen und fordern an den Türen "Süßes oder Saures".

dpa


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