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Gutachtermeinung genügt nicht für Aberkennung von Conterganrente

Gesundheit Gutachtermeinung genügt nicht für Aberkennung von Conterganrente

Nach einem Gerichtsverfahren verliert ein 49-Jähriger aus Hessen seine Conterganrente nicht, die ihm die Conterganstiftung aufgrund eines Gutachtens aberkennen wollte.

Köln. Während der Verhandlung vor dem Verwaltungsgericht in Köln am Dienstag hätten die Richter durchblicken lassen, dass bloß aufgrund neuer Gutachtermeinungen und ohne neue wissenschaftliche Erkenntnisse die Einstellung der Rentenzahlungen wohl nicht rechtens sei, teilte ein Gerichtssprecher mit. Daraufhin zog die Conterganstiftung ihren Aberkennungsbescheid zurück. Ein Urteil erging somit nicht und das Verfahren wurde eingestellt.

Der Mann aus dem nordhessischen Battenberg hatte gegen die Aberkennung geklagt. Aktuelle Gutachten hatten ihm eine Conterganschädigung abgesprochen. Bereits 1981 hatte nach Gerichtsangaben nur eines von zwei Gutachten den Mann als Conterganopfer eingeschätzt, die Rentenzahlung wurde aber gewährt. Als sich der Mann 2009 wegen eines Hörschadens um eine Aufstockung der Rente bemühte, riet ein Gutachter davon ab und zog die Conterganschädigung ganz in Zweifel.

Nach der Markteinführung 1957 waren durch das Schlafmittel Contergan weltweit 10 000 Kinder mit schweren Missbildungen auf die Welt gekommen. Von den 5000 in Deutschland betroffenen Menschen leben noch etwa 2400.

dpa

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